Mittwoch, 26. Juli 2006

Ein neues Stadion und mehr Geldquellen:
'Ehegelübde' Austria-Magna wird erneuert

  • Neues Stadion für rund 30.000 Zuschauer fast fixiert
  • Suche nach zusätzlichen Sponsoren wird intensiviert

Sportlich steht dem Klub nach dem Fehlstart das Wasser bis zum Hals. Wirtschaftlich sieht die Zukunft nach dem Ende des Betriebsführungsvertrages (30.6.2007) mit Frank Stronach hingegen gar mehr so düster aus. Denn es zeichnet sich - freilich unter geänderter Form - die Erneuerung der "Ehe" zwischen den Violetten und Magna ab. Dies kündigte Austria-Präsident Peter Langer nach einem Gespräch mit dem Milliardär an.

Der Magna-Gründer macht sein Bleiben vor allem von zwei Bedingungen abhängig: Einerseits von der Realisierung des neuen Stadions in Rothneusiedl und andererseits von der Erschließung zusätzlicher Geldquellen durch den Verein. Beides scheint nun auf Schiene zu kommen, und wenn beides auch finalisiert ist, wird Magna als Großsponsor zur Verfügung stehen. Eine Einflussnahme wie ein Betriebsführer werde es aber nicht geben. Dazu Langer: "Wir wollen die Austria als Kapitalgesellschaft wie ein mittelständisches Unternehmen führen."

Zusätzliche Sponsoren gesucht
Demnach soll es einen Aufsichtsrat geben, dem Klubmanagement und sportliche Leitung Vorschläge unterbreiten und in dem neben den Sponsor-Vertretern auch violette Ikonen sitzen werden. "Einen Herrn habe ich schon kontaktiert", sagte der Klubpräsident. Dass auch der mit einem Hausverbot belegte Ex-Generalmanager Toni Polster als Kandidat in dem Gremium sitzen könnte, schloss Langer aus. Was die Suche nach zusätzlichen Sponsoren betrifft, hat der Meister seine Netzwerke aktiviert. "Es gibt zwei, drei interessante Projekte, eines sieht sehr gut aus".

Wenn alles so eintritt wie es derzeit geplant ist, dann werde die Austria neue Statuten bekommen und über ein Budget verfügen, das in etwa dem jetzigen entspricht. Dieses soll schätzungsweise zwischen 15 und 20 Mio. Euro liegen. "Es wird ein Budget geben, mit dem wir uns sehr ordentlich bewegen können und das hinter Red Bull Salzburg das zweithöchste der Liga sein wird", erklärte Langer, und Vereinsmanager Markus Kraetschmer ergänzte: "Ziel ist es, an der nationalen Spitze mitzuspielen, letztlich kann das dann auch der zweite oder dritte Tabellenendplatz sein."

Neues Stadion für 30.000 Zuschauer
Aber alles steht und fällt mit dem neuen Stadion, das eine Sache zwischen Magna und der Stadt Wien ist. "Ich rechne damit, dass die Verträge innerhalb der nächsten acht Wochen unterschrieben sind, die Wahrscheinlichkeit schätze ich mit mehr als 90 Prozent ein", meinte Langer, dem Stronach gesagt hatte, dass sich die Austria nur entwickeln könne, wenn sie über eine entsprechende Heimstätte verfüge. Einen genauen Zeitplan für die Errichtung der ausschließlich von Magna finanzierten Arena gibt es laut dem 58-jährigen Unternehmensberater noch nicht.

Kraetschmer geht von einer reinen Bauzeit ohne Umweltverträglichkeitsprüfung für ein 30.000 Zuschauer fassendes Stadion von 18 bis 20 Monaten aus. Einen passenden Zeitpunkt für die Fertigstellung hätte der Polster-Nachfolger auch schon im Auge. "2011 feiert der Verein seinen 100. Geburtstag, da wäre es schön, wenn wir mit einem großen Turnier die Arena einweihen könnten," sagt der Klubmanager, der gemeinsam mit Langer fast rund um die Uhr an der violetten Zukunft arbeitet.

(apa/red)

26.7.2006 14:08