Klien "ermutigt" zum Hockenheim-GP:
Nach jüngsten Testfahrten im Aufwind
- Fahrerentscheidung bei Red Bull weiter vertagt
- Vorarlberger hofft endlich wieder auf WM-Punkte
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Die Fahrer-Entscheidung bei Red Bull Racing ist vertagt worden, Christian Klien sieht sich aber nicht nur deshalb im Aufwind. Denn bei den jüngsten Testfahrten in Jerez war sein RB2 erstmals in dieser Saison wirklich in Topform, was die zweitbeste Zeit am Schlusstag hinter dem McLaren-Mercedes von Kimi Räikkönen bewies. "Das ist alles wirklich ermutigend", sagte der 23-jährige Vorarlberger.
In Jerez wurden hauptsächlich Reifentests für Ungarn (6.8.) und die Türkei gefahren, das aber mit einem neuen Getriebe und einer verbesserten Aerodynamik. "Diese zwei bis drei Zehntel, die wir dort gefunden haben, sind Goldes wert", weiß Klien, dass er am kommenden Wochenende in Deutschland vielleicht endlich wieder die Chance erhält, sein mageres WM-Punktekonto (1) aufzufüllen. "Bisher waren wir im Qualifying gut für die Plätze 10 bis 15. Mit den jüngsten Verbesserungen können wir aber in die Top-10 fahren. Damit kannst ein Rennen ganz anders anlegen."
Klien hatte seinen einzigen WM-Zähler beim Auftakt im März in Bahrain eingefahren, war danach aber meist seinem Teamkollegen David Coulthard hinterhergehinkt. Vier Zielankünfte ohne Punkt und sechs Ausfälle seit Bahrain sprechen Bände. Die prompten Ablösegerüchte und doch einiges an Kritik waren die Folge gewesen.
Fahrerbekanntgabe verschoben
An sich wollte Red Bull am kommenden Wochenende in Deutschland die Fahrerbesetzung für 2007 bekannt geben. Doch diese Deadline wurde nun verschoben. Wohl auch ein wenig mangels Alternativen und weil sich das Thema Juan Pablo Montoya von selbst erledigt hat.
Damit kann Klien nun ein wenig durchatmen und sich wieder ganz auf's Rennfahren konzentrieren. "Die Saison hätte auch ganz anders laufen können. Wäre ich in Monaco auf das Podest gekommen, wäre die ganze Diskussion bei weitem nicht so arg gekommen", hatte Klien zuletzt in einem ORF-Telefoninterview beteuert. Im Team selbst gebe es diese Diskussionen ohnehin nicht, versicherte der Vorarlberger. "Ich konzentriere mich jetzt ganz auf die Weiterentwicklung des Autos und auf die zweite Saisonhälfte."
Kliens Ziel ist eindeutig, auch 2007 bei Red Bull zu fahren. "Ich bin mit dieser Firma seit 14 Jahren verbunden. Red Bull hat mich auch in die Formel 1 gebracht", wiederholte der in der Schweiz lebende Hohenemser seine Sichtweise und betrieb ein wenig Eigenwerbung. "In der Formel 1 zählt natürlich nur die Leistung. Aber ich habe mich vom letzten Jahr auf dieses wieder um ein Stück gesteigert. Es wäre also toll, mit diesem Team auch erfolgreich zu sein."
Weil man auf einem Bein aber bekanntlich schlecht steht, halte er natürlich die Augen offen. "Bevor aber von Schumacher und Räikkönen keine Entscheidung kommt, stockt das Karussell. Aber natürlich hört man sich trotzdem ständig im Fahrerlager um."
Kritischer Bericht über Christian Klien
"The Red Bulletin", ein satirisches Formel 1-Magazin des österreichischen Rennstalles Red Bull an Rennwochenenden, hat in seiner Freitag-Ausgabe ungewöhnlich kritisch über ihren eigenen Fahrer Christian Klien berichtet. Er hätte nicht die Leistungen gebracht um in der Formel 1 bleiben zu können. Zudem zeige kein anderes Team zur Zeit Interesse an Klien. Eine Alternative wäre vielleicht Amerika, hieß es.
Christian Klien selbst reagierte in einem ORF-Interview gelassen auf den Bericht. "Wenn ich über jede Kritik nachdenke, kann ich mich nicht mehr auf das Rennwochenende konzentrieren", so der Vorarlberger.
(apa/red)
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