Mittwoch, 26. Juli 2006

Tennis-Zirkus gastiert in Österreich: Star-besetzung in Linz, große Pläne in Kitzbühel

  • V. Williams, Petrowa, Vaidisova fix in Linz dabei
  • Auch Scharapowa und Serena könnten kommen

Linz wird im Oktober 2006 das beste Damen-Tennisturnier aller Zeiten in Österreich erleben. Neben Titelverteidigerin Nadia Petrowa und Jungstar Nicole Vaidisova hat auch US-Star Venus Williams bereits fix zugesagt, selbst Schwester Serena und die Russin Maria Scharapowa haben die Generali Ladies vom 21.-29. Oktober bereits in ihrem Kalender angekreuzt. "Das wird das beste Starterfeld, das es in Linz je gegeben hat", versprach Veranstalter Peter Michael Reichel.

Grund für den Aufmarsch der Superstars beim Linzer Damen-Hallenturnier ist auch, dass die zuletzt in Los Angeles gespielte WTA-Tour-Championship vom 7.-12. November in Madrid und damit in Europa stattfinden und Linz das letzte große Turnier davor ist. Weil sich also das Generali Ladies Linz prächtig entwickelt und bei der 16. Auflage wohl den bisherigen Höhepunkt erlebt (begonnen hatte man mit einer 10.000-Dollar-Veranstaltung, heuer wird das Rekord-Preisgeld von 600.000 US-Dollar ausgeschüttet) wird Generali auch 2007 bei der 17. Auflage als Hauptsponsor dabei sein. Die Vertragsverlängerung bestätigte Marketingleiter Tilman Buchner am Mittwoch ebenfalls in Kitzbühel.

Ob die Generali auch beim Herren-Sandplatzturnier in Kitzbühel weiter mit an Bord ist, wird möglichst bald nach dem derzeit laufenden Generali open entschieden. Und ganz offensichtlich stehen die Chancen gut, denn in den zwei Jahren, in denen Linz-Macher Reichel und dessen Tochter Sandra auch in Kitzbühel als Berater bzw. Co-Turnierdirektorin mitwirken, macht sich eine deutliche Wende zum Positiven bemerkbar. "Dis bisherigen Resonanzen waren jedenfalls hervorragend", streute Buchner Rosen.

2007 wieder ein Turnier in Kitzbühel?
Zuletzt hatte es rund um Österreichs einst bedeutendstes Tennisturnier bekanntlich Riesenprobleme - u.a. wegen der Lizenz - gegeben. Auch das Starterfeld war zuletzt etwas unter den einstigem Level geblieben. Doch eine Rückkehr zu den großen Zeiten scheint möglich, auch wenn einige Probleme und Fragen zu klären sind. Auch Reichel wird nur weitermachen, wenn die Generali an Bord bleibt und neue, professionelle Strukturen in Kitzbühel entwickelt werden. "Ich kann aber versichern, dass es auch 2007 wieder ein Turnier in Kitzbühel geben wird", so Reichel.

Offen ist, in welcher Form und Größe. WTA-Chef Larry Scott kam nach Kitzbühel, um zu verhandeln, ob parallel ein Damenturnier machbar ist. Einen Wechsel auf Hartplatz hält Reichel für wenig sinnvoll, da sei auch die langjährige Tradition davor. Kitzbühel leidet bekanntlich trotz Gold-Status darunter, dass sich um diese Jahreszeit viel Asse bereits auf die US-Hartplatzsaison vorbereiten. Reichel: "Hier wurde seinerzeit eine Fehlentscheidung getroffen, denn der Gold-Status garantiert nichts Besonderes mehr. Aber letztlich ist das egal. Wichtig sind die Zuschauer, die Medien, die Stimmung", so Reichel.

Ausgehend von der baldigen Entscheidung der Generali könnten bald schon ganz große Pläne gewälzt werden. Spätestens 2009 bekommt das Welttennis ja eine völlig neue Struktur mit weniger, dafür größeren Turnieren. "Hier dabei zu sein, ist maßgeblich", so Reichel, der deshalb dringend Expansionsschritte empfiehlt.

"Untersuchungen haben gezeigt, dass kleinere Turniere eher stagnieren", weiß Reichel. Gesucht wird daher ein dritter Sponsor-Partner, wobei die Generali auf jeden Fall Haupt- und Titelsponsor bleiben soll. Reichel: "Kitzbühel hat ein Riesenpotenzial, da ist noch viel viel mehr möglich." Und Tochter Sandra meinte: "Ich möchte Kitzbühel zum besten Sommer-Turnier auf der ATP-Tour machen."

(apa/red)

26.7.2006 13:34