Videobotschaft von Zawahiri: Al-Kaida droht Israel wegen Offensive im Libanon
- Ganze Welt zum Kampf gegen Israel aufgerufen
·Tragisch: UNO-Posten
sollte geräumt werden
Vor Bombardement blieb allerdings zu wenig Zeit
·GRAFIK: Todesopfer bei UNO-Posten
Karte Südlibanon und Ort von Beobachtungsposten
·UNO zieht Beobachter
aus Südlibanon ab!
Reaktion auf Beschuss durch israelische Armee
·Libanon-Krieg: Hier können Sie spenden!
Hilfe für zivile Kriegs- Opfer und Flüchtlinge
Die Extremistengruppe Al-Kaida hat sich erstmals seit Ausbruch der jüngsten Nahost-Krise zu Wort gemeldet und Muslime auf der ganzen Welt zum Kampf gegen Israel aufgerufen. Al-Kaida-Vizechef Ayman al-Zawahiri warnte in einer Videobotschaft über den arabischen TV-Nachrichtensender Al-Jazeera Israel vor Konsequenzen bei einer Fortsetzung der Offensive gegen die libanesische Hisbollah-Miliz und die palästinensische Bevölkerung.
"Wie können wir ruhig bleiben, während wir Bomben auf unser Volk regnen sehen?", fragte der Stellvertreter von Osama Bin Laden. "Muslime überall, ich fordere euch auf, zu kämpfen und Märtyrer im Krieg gegen die Zionisten und die Kreuzritter zu werden." Die Botschaft trug die Überschrift "Der Zionisten-Kreuzritterkrieg gegen den Libanon und die Palästinenser".
In dem Video machte der Al-Kaida-Spitzenfunktionär keine konkreten Angaben, wie seine Organisation auf die israelischen Luftangriffe reagieren werde. Die Äußerungen Zawahiris waren die erste Reaktion von Al-Kaida, seit Israel vor mehr als zwei Wochen mit seiner Offensive im Libanon begonnen hat.
Sunnitische Al-Kaida solidarisch mit schiitischer Hisbollah
Der Krieg der Hisbollah gegen Israel ist für das Terrornetzwerk Al-Kaida (al-Qaeda) ein Dilemma, denn schiitische und sunnitische Jihadisten mögen sich nicht. Darauf macht "Spiegel-Online"-Autor Yassin Musharbash in einer Analyse aufmerksam. Terrorführer Ayman al-Zawahiri habe deshalb erst jetzt wegen der Libanonkrise zu Anschlägen aufgerufen.
Dass es so lange gedauert habe, bis die führende Kraft des internationalen Jihad zu dem neuen Nahostkrieg äußerte, wo ihr doch sonst jeder Anlass für Rekrutierungsaufrufe recht sei, habe einen für Al-Kaida diffizilen Hintergrund: Das von Osama Bin Laden gegründete Netzwerk sei eine rein sunnitische Organisation, die Hisbollah dagegen bestehe so gut wie ausschließlich aus Schiiten. Nach sunnitisch-jihadistischer Mainstream-Lehre seien die Schiiten jedoch Ungläubige.
(apa/red)
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