UNO-Beobachter angegriffen: SPÖ fordert Plassnik zum scharfen Protest dagegen auf
- Strache: "Soldaten nicht Kriegstreibern opfern"
Die SPÖ hat Außenministerin Ursula Plassnik (V) aufgefordert, gegen den israelischen Angriff auf einen UNO-Beobachtungsposten im Libanon scharf zu protestieren. "Eine Armee, die in der Lage ist, einzelne gegnerische Führer 'gezielt zu töten', wird doch wohl auch imstande sein, einen deutlich gekennzeichneten UNO-Posten von einer Hisbollah-Position zu unterscheiden", erklärte SPÖ-Europasprecher Caspar Einem.
Der israelische Angriff - ob vorsätzlich oder irrtümlich - macht nach Auffassung Einems die Debatte über eine österreichische Beteiligung an einer UNO-Friedenstruppe endgültig zur Makulatur. "Eine Friedenstruppe kann ihre Aufgabe nur dann erfüllen, wenn beide Kriegsparteien zur Einhaltung eines Waffenstillstandes bereit sind", betonte der ehemalige Innenminister in einer Aussendung. "Im Südlibanon würde eine solche Friedenstruppe aber nur zwischen die Fronten geraten. Das Leben ihrer Angehörigen wäre ständig in höchster Gefahr."
"Österreich hat eine gute Tradition der Teilnahme an friedenssichernden UNO-Einsätzen. Nichts spricht dagegen, diese Tradition auch fortzusetzen. Aber ein Einsatz, der österreichische Heeresangehörige zwischen die Fronten eines Krieges schickt, ist nach Meinung der SPÖ nicht verantwortbar, weil er eine vorsätzliche Gefährdung österreichischer Soldaten darstellen würde", betonte Einem.
FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache verwahrte sich dagegen, das Leben österreichischer Soldaten den "Kriegstreibern" im Nahen Osten zu opfern. (apa/red)
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