Hintergrund-Info zu UNO-Mission UNIFIL: Zahnlose Truppe für Frieden und Sicherheit
- Beobachtermission schon seit 1978 im Libanon
Sie helfen beim Räumen von Minen, als Sanitäter oder stehen den Dorfbewohnern im Südlibanon in ihrem beschwerlichen Alltag bei. Die UN-Beoachtermission im Libanon (UNIFIL) ist allerdings zum Zuschauen verdammt, wenn es gefährlich wird. Nachdem der Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz jüngst eskalierte, schlug die UNO deshalb eine Stabilisierungstruppe mit robusterem Mandat vor, um die Region zu beruhigen. Am Dienstagabend wurde ein Beobachterposten der UNIFIL bei einem israelischem Luftangriff zerstört, vier Beobachter dabei ums Leben.
Die "United Nations Interim Force in Lebanon" (UNIFIL) ist seit März 1978 im Libanon. Damals war die israelische Armee in dem Nachbarland einmarschiert. Nach scharfen libanesischen Protesten beschloss der UN-Sicherheitsrat, die Truppe zu entsenden. Anfangs waren bis zu 7000 Soldaten im Südlibanon stationiert, heute gehören dem Kontingent nur noch knapp 2000 Mann an.
Die UNIFIL sollte laut Mandat unter anderem den Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanon überwachen und der Regierung im Libanon helfen, ihren Machtanspruch im Süden des Landes durchzusetzen. Im Jänner diesen Jahres wurde das Mandat der UNIFIL turnusgemäß um ein weiteres halbes Jahr verlängert, es läuft planmäßig am Montag aus. Über eine weitere Verlängerung war am Dienstag im UN-Sicherheitsrat beraten worden; die Mitglieder trafen aber zunächst keine Entscheidung, um zunächst die internationale Krisenkonferenz abzuwarten, die am Mittwoch in Rom stattfinden sollte.
Die Beobachtermission der UNO hat ihren Sitz in Naqoura im Süden des Libanon. Kommandant ist der französische Generalmajor Alain Pellegrini. Ihm unterstehen die knapp zweitausend Soldaten aus Polen, Frankreich, Italien und Irland sowie China, Ghana und Indien. Außerdem gehören der UNIFIL rund fünfzig militärische Beobachter, darunter vier Österreicher, und knapp vierhundert zivile Mitarbeiter an. Von ihnen kommen 95 aus dem Ausland, 295 sind Einheimische. Seit Gründung der Mission kamen rund 260 ihrer Mitglieder ums Leben, mehr als achtzig von ihnen bei Angriffen.
(apa)
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