Auf Wunsch der Leitung: Evakuierung von SOS-Kinderdorf im Libanon aufgeschoben
- Trauma für Kinder außerhalb des Heims vermeiden
- Dorf in Ksarnaba wurde erst letztes Jahr errichtet
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Die für Dienstag geplante Evakuierung des libanesischen SOS-Kinderdorfs Ksarnaba durch österreichische Cobra-Beamte ist für unbestimmte Zeit aufgeschoben worden. Dies geschehe auf Wunsch der Kinderdorf-Leitung, da sich einige betreute Kinder außerhalb des Dorfs aufhielten. Die Cobra-Beamten würden nun weiter im Libanon bleiben und seien jederzeit bereit, die Evakuierung vorzunehmen.
Die Kinderdorf-Leitung wollte eine Traumatisierung und Gefährdung jener betreuten Kinder vermeiden, die sich derzeit nicht in diesem aufhielten und bei ihrer Rückkehr ein verlassenes Heim vorgefunden hätten, sagte der Sprecher. Man respektiere die Entscheidung, da es sich nicht um eine Zwangsevakuierung, sondern um ein Angebot an das SOS-Kinderdorf gehandelt habe.
Nach bisheriger Planung hätten zwei Cobra-Beamte gemeinsam mit libanesischen Sicherheitskräften und Polizisten am Dienstag 14 Kinder und sechs Betreuer evakuieren sollen. Das erst im Vorjahr eröffnete SOS-Kinderdorf befindet sich mitten in der südlibanesischen Kampfzone, zehn Kilometer nördlich der Stadt Zahle. Mit der Evakuierung des Kinderdorfs wäre die Mission der österreichischen Sonder-Polizeieinheit im Libanon weitgehend erfüllt gewesen, da sich keine ausreisewilligen Österreicher mehr im Krisengebiet befinden. Die Cobra-Beamten sind seit 15. Juli im Land, um die österreichischen Botschaften in Beirut und Damaskus bei der Evakuierung von Österreichern zu unterstützen.
Im Libanon gibt es insgesamt vier SOS-Kinderdörfer, drei SOS-Jugendeinrichtungen, drei SOS-Kindergärten und drei SOS-Sozialzentren. Das SOS-Kinderdorf Ksarnaba wurde erst im vergangenen Jahr neu eröffnet und befindet sich mitten in einer Kampfzone. Das Beiruter Büro und eine SOS-Jugendwohngemeinschaft mussten bereits vergangene Woche geschlossen werden.
(apa/red)
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