Dürre in Italien: Regierung ruft Notstand aus, Hilfe für Bauern & Industrie erleichtert
- In Piemont 50 Prozent der Reisproduktion gefährdet
Angesichts der schweren Dürre in Norditalien und des senkenden Wasserpegels des Flusses Po hat die Regierung in Rom den Notstand ausgerufen. Dies würde Hilfen für die Industrie und Landwirtschaft erleichtern, kündigte Landwirtschaftsminister, Paolo Di Castro, an. "Jetzt können wir konkret für die Landwirtschaft und die Lebensqualität in den von der Dürre gepeinigten Regionen Norditaliens arbeiten", sagte der Minister.
Der Notstand wurde ausgerufen, da die extreme Trockenheit die Ernten gefährdet. In Piemont sind 50 Prozent der Reisproduktion gefährdet. In der Lombardei melden die Landwirte in der Obst- und Maisproduktion Schäden in Millionenhöhe. Der extremen Trockenheit könnten auch die Weinstöcke Friauls zum Opfer fallen, die den renommierten Prosecco produzieren. Angesichts der Situation hatten die Regionen Piemont und Emilia Romagna die Regierung aufgefordert, den Notstand zu erklären und Sondermaßnahmen zur Wassereinsparung zu ergreifen.
16 Millionen Menschen leben in der Ebene um den Fluss, der sechs norditalienische Regionen quert und bewässert. "Der große Fluss stirbt. Wo einst Wasser floss, sieht man nur noch Sanddünen und Algenteppiche. Bis vor einigen Jahren konnte man im Sommer im Fluss baden, jetzt kann man in einigen Punkten wegen der Algen nicht einmal mehr Boot fahren", bemängelten die Einwohner der Stadt Cremona, in der der Fluss sein bisheriges Rekordtief erreicht hat. Wegen des Tiefstands des Flusses ist die Stromproduktion in den 21 Wasserkraftwerken der Po-Ebene akut gefährdet.
Der Ministerrat stellte den Regionalbehörden eine Task Force von Experten zur Verfügung, die für die rationelle Verteilung des Wassers aus den Stauwerken sorgen sollen. Mittelfristig will sich die Regierung auch für eine Modernisierung des Versorgungsnetzes einsetzen. Schwere Versäumnisse der Politik sind für den akuten Wassermangel auf Sizilien mitverantwortlich, der in den vergangenen Tagen zu heftigen Protesten geführt hat. Auch die Mafia hat die Finger im Spiel. Medienberichten zufolge haben Mafia-Clans Wasserleitungen in Süditalien absichtlich beschädigt, um sich mit der Versorgung durch Tankwagen eine goldene Nase zu verdienen.
(apa)
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