Mehrere Explosionen erschüttern Bagdad: Wieder zahlreiche Todesopfer zu beklagen
- Mindestens 31 Tote - Anzahl könnte weiter steigen
- Granatenbeschuss und Autobombe in der Hauptstadt
Bei einem Mörserangriff auf den vor allem von Schiiten bewohnten Bagdader Stadtteil Karrada und der Explosion einer Autobombe sind mindestens 31 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, detonierten mehrere Granaten in dem Stadtteil und trafen unter anderem eine Bank und ein Wohnhaus. Das Haus stürzte wenige später brennend ein. Andere Granaten explodierten mitten auf den Straßen, auf denen dichter Verkehr herrschte.
Die Autobombe explodierte in der Nähe einer Tankstelle und nur 200 Meter entfernt vom Haus des irakischen Vizepräsidenten Adil Abdul Mahdi, einem der führenden Mitglieder der schiitischen Partei Oberste Rat für die islamische Revolution im Irak. Mehrere Fahrzeuge und Häuser wurden nach der Explosion von brennendem Benzin getroffen. Es war der bisher größte Angriff auf Karrada, einen der wohlhabenderen Stadtteile von Bagdad, in dem neben Schiiten auch Bewohner anderer Konfessionen leben.
Im Westen Bagdads erschossen Bewaffnete vor einer sunnitischen Moschee aus einem fahrenden Auto heraus vier Sicherheitskräfte, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Wegen der anhaltenden Welle der Gewalt haben die USA inzwischen beschlossen, weitere Soldaten in die irakische Hauptstadt zu verlegen. Die Angriffe haben den Blick auch wieder auf die Todesschwadronen der Extremisten bei Sunniten und Schiiten gelenkt.
Urteil im Saddam-Prozess am 16. Oktober?
Der Prozess gegen den ehemaligen Machthaber Saddam Hussein ist auf den 16. Oktober vertagt worden. Beobachtern zufolge dürfte dann auch ein Urteil gegen Saddam und die sieben Mitangeklagten gefällt werden. Den wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagten Männern droht die Todesstrafe.
Ihnen wird die Ermordung von 148 Schiiten und die Folter von hunderten weiteren Bewohnern des Dorfes Dujail im Jahr 1982 vorgeworfen. Im August beginnt ein zweites Verfahren gegen Saddam. Dieses dreht sich um den Vorwurf des Völkermordes an Kurden im Irak.
(apa/red)
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