Saddam erschien erneut vor Gericht: Bei Todesurteil lieber erschießen als erhängen
- Ex-Diktator bezeichnet sich als Mann des Militärs
- Hussein ist Anfang Juni in Hungerstreik getreten
Der irakische Ex-Machthaber Saddam will nach eigenen Worten im Falle eines Todesurteils lieber erschossen als erhängt werden. Zudem kritisierte der Angeklagte vor dem Sondertribunal, dass er gegen seinen Willen in den Gerichtssaal gebracht worden sei.
An den Richter gewandt sagte Saddam Hussein am Mittwoch, er solle bei einem Schuldspruch bedenken, über wen er sein Urteil fälle. In diesem Zusammenhang bezeichnete sich der einstige Präsident als ein Mann des Militärs. "Und deshalb sollte in dem Fall das Urteil 'Tod durch Erschießen' und nicht 'Tod durch den Strang' lauten", forderte Saddam. Gleichzeitig gab er sich kämpferisch und sagte, er werde auch noch nach zehn Monaten ohne Nahrung die Stimme erheben und sich mit vollen Kräften verteidigen.
"Es war nicht meine Entscheidung, vor Gericht zu erscheinen", erklärte Saddam. "Ich hatte Ihnen eine Petition geschrieben, in der ich klargestellt habe, dass ich nicht vor Gericht erscheinen will", sagte er dem Richter. Er sei seit dem 8. Juli in einem Hungerstreik, fügte der 69-Jährige hinzu.
Saddam war am Sonntag in eine Klinik gebracht worden, wo er zwangsweise ernährt wurde. Nach US-Militärangaben befindet sich der Angeklagte nicht in einem kritischen Zustand. Mit seinem Hungerstreik will Saddam gegen die seiner Ansicht nach unfairen Bedingungen des Verfahrens protestieren.
In dem Prozess werden Saddam die Ermordung von 148 Schiiten und die Folter von hunderten weiteren Bewohnern des Dorfes Dujail im Jahr 1982 vorgeworfen. Im Fall eines Schuldspruchs könnte Saddam wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt werden. Der Prozess hatte Mitte Oktober begonnen und nähert sich dem Ende. Ein Urteil könnte im September fallen.(apa/red)
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