Dienstag, 25. Juli 2006

Gefräßige Insekten: Heuschrecken
bedrohen bei Dürre Ernte in Norditalien

  • Perlhühner als "biologische Waffe" eingesetzt

Mehrere Millionen Heuschrecken bedrohen die Ernte in verschiedenen Regionen Norditaliens. Die gefräßigen Hüpfer belagern seit Tagen scharenweise die von einer anhaltenden Dürre geplagten Felder um die Ebene des Flusses Po sowie in der Lombardei und im Piemont. Die Invasion ist laut Experten der großen Hitze zuzuschreiben, die im vergangenen Jahr auch in Italien geherrscht hat. Die hohen Temperaturen verwandelten die Felder um Matera in trockenes Gestrüpp. Das habe für die Heuschrecken günstige Voraussetzungen zum Eierlegen geschaffen.

Um sich zu verteidigen, haben die Bauern in der Region Piemont begonnen, eine "biologische Waffe" einzusetzen. Perlhühner, die leidenschaftlich gerne Heuschrecken verzehren, werden auf den Feldern ausgelassen, berichtete die Turiner Tageszeitung "La Stampa" am Dienstag. Die Region Piemont hat im Mai 2.500 Hühner an 200 Landwirtschaftsunternehmen verteilt, um sie als "Heuschreckenscheucher" einzusetzen. "Wo die Perlhühner eingesetzt werden, ist die Zahl der Heuschrecken deutlich gesunken und das nicht nur um Raum um die Landwirtschaftsunternehmen", so die Experten.

In Afrika haben sich die Heuschrecken in diesem Jahr so stark vermehrt, dass sie zu einer ernsten Bedrohung für die Landwirtschaft geworden sind. Wissenschafter erklärten, die Tiere seien vermutlich von starken Winden über der Sahara hinweggeweht und nach Italien gebracht worden.

(apa)

25.7.2006 13:34