Montag, 31. Juli 2006

Drei bis fünf Prozent für Martins Liste: Chancen auf Einzug in Nationalrat intakt

  • 8% nur 'subjektive Schätzung' - FPÖ muss aufpassen
  • PLUS: Sonntagsfrage und Forum - Was schafft Martin?

Dass Hans Peter Martin bei der Nationalratswahl einen ähnlichen Erfolg einfahren könnte, wie bei der Europawahl 2004, gilt als unwahrscheinlich. Damals hatten auf Anhieb 13,98 Prozent für seine Liste gestimmt. In den zuletzt veröffentlichten Sonntagsfragen kommt Martin dagegen nur auf drei bis fünf Prozent. Seine Chancen auf den Einzug in den Nationalrat sind damit jedoch intakt - dazu sind vier Prozent nötig.

Eine Mitte Juli veröffentlichte "market"-Umfrage gibt Martin drei Prozent. Das BZÖ käme demnach auf vier, die FPÖ auf sechs und die Grünen auf elf Prozent. In Führung liegt die ÖVP mit 40 vor der SPÖ mit 35 Prozent. Martin hätte damit den Einzug in den Nationalrat knapp verpasst, eine kleine Koalition wäre nur zwischen ÖVP und Grünen möglich.

In einer bereits Ende Juni veröffentlichten "Gallup"-Umfrage liegt Martin mit fünf Prozent vor dem BZÖ, das auf zwei Prozent kommt. Auch hier liegt mit 39 Prozent die ÖVP in Führung, die SPÖ kam auf 36 Prozent, die Grünen auf elf und die FPÖ auf sieben Prozent.

8 % nur "subjektive Schätzung"
Die in der "Krone" genannten sieben bis acht Prozent für Martin sind laut Andreas Kirschhofer vom IMAS-Institut eine "subjektive Schätzung" auf Basis der Frage, wie viele Österreicher sich vorstellen könnten, bei der Nationalratswahl für den EU-Abgeordneten zu stimmen. In die Sonntagsfrage eingebaut habe man Martin bisher nicht, sagt Kirschhofer.

Auch OGM hat Martin bei der Sonntagsfrage bisher nicht abgefragt. Dass er die knapp 14 Prozent von 2004 wiederholen kann, glaubt OGM-Meinungsforscher Peter Hajek allerdings nicht und verweist auf die extrem niedrige Wahlbeteiligung bei der EU-Wahl von 42 Prozent im Gegensatz zu über 80 Prozent bei der letzten Nationalratswahl.

Außerdem habe Martin bei der EU-Wahl als einziger Kandidat ein Thema gehabt - nämlich die Kontrolle, sagt Hajek. Bei der Nationalratswahl hätten jedoch alle Parteien ihre Themen besetzt und seien insgesamt anders aufgestellt. Speziell die FPÖ werde aber aufpassen müssen, in der Ausländerfrage nicht zu hart zu werden, so Hajek. Viele FP-Sympathisanten könnten sich davon nämlich abgestoßen fühlen und sich am Wahltag sagen, "nehmen wir den Martin, der ist auch ein Controller."

(apa/red)

31.7.2006 12:29