Freitag, 28. Juli 2006

NEWS-Umfrage zu Koalitionswünschen: Mehrheit will Schwarz-Rot unter Schüssel!

  • 22 Prozent sprechen sich für Große Koalition aus
  • 15% wollen Neuauflage ÖVP-BZÖ, 13% für Rot-Grün

Geht es nach dem Bundeskanzler, bliebe einfach alles, wie es ist: er Bundeskanzler und sein Koalitionspartner - der "billigste" von allen - schlicht das BZÖ. Ganz so einfach, wie Wolfgang Schüssel sich das vorstellt, wird es aber wohl nicht. Der ÖVP-Obmann zieht zwar - derzeit - als klarer Favorit in den Nationalratswahlkampf, doch gewonnen ist die Schlacht längst noch nicht. Noch neuneinhalb Wochen bis zur Wahl am 1. Oktober könnten jede Menge Überraschungen bringen.

Eine Koalition zwischen Schüssels ÖVP und Peter Westenthalers BZÖ ist zurzeit mehr als unwahrscheinlich. Gemeinsam kommen die derzeitigen Regierungsparteien nur auf 43 Prozent.

In der aktuellen NEWS-market-Umfrage zeigt sich allerdings, dass Schüssel mit seinem Wunsch durchaus Resonanz findet: Immerhin 15 Prozent votieren für eine Neuauflage der derzeitigen Regierung. Die schwarz-orange Koalition ist damit die zweitbeliebteste in der market-Umfrage.

Die Koalitionswünsche der Österreicher
Die bei den Österreichern mit Abstand beliebteste Regierung wäre allerdings eine Konstellation, die Schüssel alles andere als schätzt: Eine große Koalition zwischen ÖVP und SPÖ unter einem Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wollen 22 Prozent. An dritter Stelle rangiert erstaunlicherweise schon die bislang alles andere als beliebte rot-grüne Regierung. Immerhin 13 Prozent wollen eine Polit-Ehe zwischen SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und Grünen-Chef Alexander Van der Bellen.

Eine weitere "Lieblingsvariante" des Kanzlers - eine schwarz-grüne Regierung - wünschen sich immerhin elf Prozent. Überraschenderweise wollen ebenfalls nur elf Prozent eine rot-schwarze Koalition unter einem Kanzler Gusenbauer. Diese Koalitionsform war in den vergangenen Jahren stets die zweitbeliebteste, wenn nicht gar die präferierte Koalition der ÖsterreicherInnen.

Kein Wunder, dass sich die ÖVP angesichts solcher Umfragen im Moment noch alles offen lassen will. Derzeit würde sich nur - haarscharf - eine schwarz-grüne Koalition mit gerade 50 Prozent der Stimmen ausgehen. Eine so knappe Mandatsmehrheit würde freilich weder in den schwarzen noch in den grünen Vorständen Zustimmung finden, da eine solch minimale Mehrheit den Regierungsalltag zum Dauerrisiko machen würde, weil einzelne widerspenstige Abgeordnete diese Regierung quasi täglich zu Fall bringen könnten. Aus heutiger Sicht wäre also nur eine Zusammenarbeit zwischen ÖVP und SPÖ realistisch.

37 Prozent der Befragten schätzen die Situation ähnlich ein: Sie erwarten eine große Koalition. 15 Prozent glauben an ein Remake von Schwarz-Orange.

Grüne Vorbereitungen
Die Mehrheit in der Kanzlerpartei hofft weiter auf eine "kleine" Koalition. Schwarze Strategen wünschen, dass die ÖVP so stark werde, dass sich dann selbst eine Liaison mit dem schwächelnden BZÖ ausgehen könnte. Dafür müssten die Orangen freilich erst den Einzug ins Parlament schaffen. Westenthalers Ziel ist ebenso der Wiedereinzug in eine Regierung. Er bereitet sich darauf vor, Vizekanzler zu werden, Karin Gastinger solle wieder Justizministerin werden.

Sollte das BZÖ jedoch scheitern, würde Schüssel am liebsten mit den Grünen den Weg zum Altar beschreiten.

Auch die langjährige Oppositionspartei sehnt sich danach, endlich in eine Regierung einziehen zu können. Seit mehreren Monaten bereiten sich die Grünen nun schon auf die Stunde null vor. In den Regierungsverhandlungen 2003 konnten Van der Bellen und Co erstmals Verhandlungen mit Schüssel live erleben.

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS!

28.7.2006 21:05