Dienstag, 25. Juli 2006

"Voodoo-Affäre" zieht weitere Kreise: Immer mehr Geschädigte in Oberösterreich

  • Zahl der Betrugsopfer steigt: Schon über 30 Fälle
  • "Hexer" und Ehefrau wendeten obskure Rituale an

Die am Wochenende in Oberösterreich aufgeflogene "Voodoo-Affäre" weitet sich aus. Immer mehr Geschädigte melden sich nach den Medienberichten über die Festnahme des 61-jährigen "Magiers" und seiner 51-jährigen Ehefrau. Der von dem Pärchen angerichtete Schaden ist bereits auf mehrere hunderttausend Euro angewachsen.

Die Sicherheitsdirektion Oberösterreich hat am Sonntag die Festnahme des Ehepaars bekannt gegeben. Die beiden stehen in dringendem Verdacht, seit Jänner 2003 zahlreichen Personen zum Teil erhebliche Geldsummen entlockt zu haben indem sie ihnen vorgaukelten, ihre Probleme lösen zu können.

Hexerei soll helfen
Unheilbare Krankheiten, unerfüllte Partner- oder Kinderwünsche sowie finanzielle Nöte sollten durch Voodoo-Zauber, schwarze Magie sowie "Opfer-und Blutrituale" einfach weggezaubert werden. Dabei wendete der Hexer nicht nur diverse obskure Rituale an, er soll seinen Opfern auch betäubende Mittel verabreicht haben.

Drohungen lösten Angst aus
Wenn die Betrogenen seine Dienste wegen Erfolglosigkeit nicht mehr weiter in Anspruch nehmen wollten, wurden sie von dem 61-jährigen "Magier", der offenbar über besondere psychologische Fähigkeiten verfügt, bedroht. Er behauptete, dass etwas Furchtbares, wie zum Beispiel der Tod von Angehörigen, passieren würde. So drängte er die Geschädigten zum Weitermachen und Bezahlen.

Jeden Tag mehr Geschädigte
Ein Mühlviertler musste nach zweijähriger Behandlung, für die er 80.000 Euro bezahlte, in Privatkonkurs gehen. Seine Anzeige brachte das Pärchen hinter Gitter. Am Dienstag meldeten sich zwei weitere Geschädigte. Ein Mann aus dem Bezirk Perg, der angab um 10.000 Euro erleichtert worden zu sein und eine Frau aus Wels, die ebenfalls einen erhebliche Geldbetrag bezahlt hat. Die Zahl der Geschädigten ist damit auf schon über 30 gestiegen.

(apa/red)

25.7.2006 13:22