Dienstag, 25. Juli 2006

Dürre in Kärnten: Politik verspricht Bauern Unterstützung beim Futtermitteleinkauf

  • Landeshauptmann Haider beruft Agrargipfel ein

Die anhaltende Dürre in Kärnten und die daraus resultierenden Einbußen für die Landwirtschaft haben nun die Politik auf den Plan gerufen. Kärntens Landeshauptmann und Finanzreferent Jörg Haider (B) will in den kommenden Tagen einen "Agrargipfel" einberufen. Dabei sollen Kreditstundungen und Finanzspritzen für den Futtermittelankauf beschlossen werden. Zudem hat Haider bei Landwirtschaftsminister Josef Pröll um eine vorzeitige Freigabe der Grünland-Brachflächen ersucht.

Zuletzt habe es im Jahr 2001 eine vergleichbare Trockenheitsperiode gegeben, sagte Haider. In Südkärnten seien die Probleme besonders gravierend: "Beim Grünland haben wir Ausfälle von 100 Prozent, beim Körner- und Silomais von 50 bis 100 Prozent." Dies führe zu Futtermittelknappheit, in der Folge wären die Bauern gezwungen, Teile ihres Viehs zu verkaufen, wodurch wieder die Fleischpreise sinken würden. Daher werde man Stützungen beim Futtermittelankauf gewähren.

Finanziert werden soll die Aktion laut Haider aus dem Budget des Agrarreferenten, dieser habe für das Programm Ländliche Entwicklung fast 25 Mio. Euro zur Verfügung, über die er disponieren könne. Er als Finanzreferent werde diese Mittel jedenfalls freigeben.

Auch die Stundung von Agrar-Investitionskrediten, wie sie Agrarlandesrat Josef Martinz (V) gefordert hat, wird von Haider befürwortet. Dieses habe man vor fünf Jahren ebenfalls so gehandhabt. Martinz wiederum forderte in einer Aussendung zusätzliche Mittel vom Finanzreferenten. Beim "Agrargipfel" sollen Landeshauptmann, Agrarreferent und Vertreter der Landwirtschaftskammer das detaillierte Maßnahmenpaket ausarbeiten.

Tirol: Keine dramatische Situation
Die anhaltende Trockenheit habe vorerst in Tirol noch keine dramatischen Auswirkungen. Nach Angaben der Tiroler Landeslandwirtschaftskammer sei unter anderem der Talboden in Osttirol betroffen. Mit jedem Tag werde die Situation aber ernster, hieß es.

Im Grünland würden viele Bauern den zweiten Schnitt vorziehen. Im Gemüse- und Obstanbau gebe es zum Großteil Bewässerungsanlagen. Die Folge der intensiven Sonneneinstrahlung seien teilweise Qualitätseinbußen, die sich in Sonnenbrand beim Obst oder beim Gemüse zeigen würden.

(apa)

25.7.2006 13:56