Hitzewelle rollt weiter über Österreich:
Gefahr für Stromversorgung realistisch
- Bei anhaltender Hitze Engpässe & Teuerung möglich
- Größter Stromausfall in Klagenfurt seit Jahrzehnten
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Einstündiges Blackout: Viele Ampeln ausgefallen
Die auch in Österreich anhaltende Hitzewelle könnte zu einem Problem für die heimische Stromversorgung werden. Derzeit ist die Lage aber noch unter Kontrolle, betont der Geschäftsführer des Energieregulators E-Control, Walter Boltz. "Wenn es jedoch noch 14 Tage so heiß bleibt, könnte es eventuell schon Schwierigkeiten geben - mit der Versorgung und auch mit dem Preis", meinte Boltz. Zuletzt waren wegen der Hitze die Strom-Großhandelspreise kräftig angestiegen, vorerst schlage dies aber noch nicht auf die Endkunden durch, sagt Boltz. Nachdem ein Bagger in Klagenfurt ein Kabel abgerissen hatte, kam es zum größten Stromausfall seit Jahrzehnten. Stundenlang wurden tausende Haushalte nicht versorgt.
Derzeit sei die Stromversorgungs-Lage in Österreich noch halbwegs stabil. Anders als 2003 sei die Wasserkraftspeicher-Situation nach dem an Regen reichen Frühling zufriedenstellend. Auch sei der Wasserstand der Donau im Gegensatz zu anderen europäischen Flüssen nicht dramatisch gesunken. Zudem würden die kalorischen Kraftwerke angesichts der attraktiv hohen Strompreise auf vollen Touren laufen.
Strom weiter zu fast 100 % verfügbar
Elektrizität ist in Österreich weiterhin zu mehr als 99 Prozent verfügbar. Auch die ungeplanten Versorgungsunterbrechungen blieben mit 31,35 Minuten im gesamten Vorjahr annähernd gleich. Damit liegt Österreich in Europa an drittbester Stelle - hinter Deutschland und den Niederlanden, aber noch vor Frankreich und Italien mit deutlich längeren Ausfällen. Dies geht aus der nun vorliegenden Ausfalls- und Störungsstatistik 2005 der Energie Control hervor.
"Österreich liegt konstant im Spitzenfeld", freut sich Boltz und verweist darauf, dass die Ausfallswahrscheinlichkeit bei kleineren Netzbetreibern etwas höher ist als bei größeren. Unabdingbar sei hier ein gut funktionierendes Instandhaltungs- und Schadenbehebungssystem. Positiv sei, dass nur ein Drittel der Ausfälle ungeplant, aber die überwiegende Mehrzahl der Unterbrechungen - zwei Drittel - geplant sei, für Wartungen oder Umbauten. Auch laufe der Netzausbau offenbar weiter, lasse sich aus den guten Zahlen ablesen.
"Dringender Handlungsbedarf in Steiermark"
Fehlende Kraftwerkskapazitäten etwa im Süden des Landes würden sich nicht in der Ausfallstatistik bemerkbar machen: "Das Netz ist nicht evident instabil." Allerdings sei eine rasche Fertigstellung der seit mehr als 20 Jahren diskutierten 380-kV-Leitung in der Steiermark für die Gewährleistung einer sicheren Energieversorgung "unerlässlich", betonte Boltz. Auch die guten Ergebnisse der Ausfallsstatistik könnten "nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Steiermark ein dringender Handlungsbedarf besteht".
Auch in Mitteleuropa insgesamt sei die Situation derzeit nicht so dramatisch: Deutschland verfüge noch über Erzeugungsreserven, und Frankreich habe die Grenzwerte für die Kühlwasser-Temperatur angehoben, um Kraftwerke nicht vom Netz nehmen zu müssen.
Stundenlanger Stromausfall in Klagenfurt
Ein Bagger hat den größten Stromausfall in Klagenfurt seit Jahrzehnten ausgelöst. Bei Bauarbeiten im Westen der Stadt wurde ein Kabel abgerissen, dies löste eine Kettenreaktion aus. Betroffen war unter anderem auch die Polizei, die stundenlang ohne EDV und Funknetz auskommen musste.
Mehr als 20.000 Kunden waren von den Stromausfällen betroffen, so die Klagenfurter Krankenhäuser, aber auch das Landesstudio des ORF. In den Spitälern waren die Notstromaggregate angesprungen und hatten die Panne überbrückt. In Häusern blieben Lifte stecken, zwei Menschen mussten von der Feuerwehr befreit werden.
Bei den Stadtwerken sprach man von einem Domino-Effekt, ein Fehler habe den nächsten nach sich gezogen. Nach etwa vier Stunden waren die meisten Haushalte wieder versorgt, die Einsatztrupps der Stadtwerke waren aber noch die ganze Nacht damit beschäftigt, Reparaturarbeiten durchzuführen.
(apa/red)
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