Freitag, 21. Juli 2006

E-Card häufig nicht akzeptiert: Urlauber im EU-Ausland vor Problemen bei Arztbesuchen

  • Obwohl E-Card verpflichtend anerkannt werden muss
  • Arbeiterkammer fordert EU-weite Kennzeichnungen

Die Arbeiterkammer weist auf Probleme mit der E-Card im Krankheitsfall bei Urlauben im Ausland hin. Obwohl seit Jahresbeginn alle EU-Mitgliedsstaaten die "Europäische Krankenversicherungskarte" (EKVK - in Österreich ist das die Rückseite der E-Card) haben, würden Ärzte diese Versicherungskarte teilweise nicht akzeptieren und Bargeld verlangen. Der AK-Experte Christoph Klein fordert deswegen eine Plakette für Ärzte und Spitäler, aus der klar hervorgeht, dass die E-Card auch akzeptiert wird.

Kritik übt Klein an der Regierung. Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) habe es während der österreichischen Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 versäumt, dafür zu sorgen, dass die E-Card wirklich zum europaweit akzeptierten Krankenschein wird. Er fordert die Regierung auf, sich in der EU für eine effiziente Umsetzung des Krankenbehandlungsanspruchs in den Mitgliedsstaaten stark zu machen. Neben einer verpflichtenden europaweiten Kennzeichnung von Arztpraxen und Spitälern, die Vertragspartner des jeweiligen nationalen Krankenversicherungsträgers sind und daher verpflichtet sind, die EKVK als gültigen Krankenschein zu akzeptieren, müsse es auch einen vollständigen Rückerstattungsanspruch des Versicherten geben, wenn ein solcher Vertragspartner EU-rechtswidrig die E-Card als Zahlungsmittel ablehnt und statt dessen ein Privathonorar verlangt.

Möglicherweise schon tausende Fälle
Um wie viele Fälle es sich bisher handelt, in denen österreichische Touristen im Ausland im Krankheitsfall zum finanziellen Handkuss gekommen sind, konnte Klein auf Anfrage der APA nicht genau sagen. Aber es könnten schon Tausende sein. Im Regelfall handle es sich bei den Beträgen beispielsweise bei einem kleinen Sommerfieber um 50 bis 70 Euro, von denen dann maximal 80 Prozent im Inland refundiert würden. "Aber es gibt auch Ausreißer. Mir wurde zuletzt von der niederösterreichischen AK von einem Fall erzählt, der in Schwebe ist - da hat sich jemand beim Ballspiel den Finger schwer verletzt, er wurde unter Vollnarkose behandelt und musste 3.000 Euro bar ablegen."

(apa/red)

21.7.2006 10:45