Donnerstag, 20. Juli 2006

Rückgang des Mineralwasserverbrauchs -
Leitungswasser vs. "stille" Mineralwässer

  • Vöslauer auf dem besten Weg zur Marktführerschaft
  • Kampf gegen Gratis-Leitungswasserbestellungen

Wenngleich der Mineralwasserkonsum auf Grund der großen Hitze derzeit absolute Spitzenwerte erreicht, so haben die Österreicher im ersten Halbjahr 2006 weniger Mineralwasser getrunken. Der Absatz ist bis Ende Mai um 1,9 Prozent auf 244,4 Mio. Liter zurückgegangen. Vöslauer konnte dagegen um 1,9 Prozent zulegen.

Die Vöslauer AG hat im ersten Halbjahr 2006 mit 150 Mitarbeitern inklusive der Lizenzmarken Pepsi, Almdudler und 7Up den Umsatz um 3,5 Prozent auf 39,7 Mio. Euro gesteigert. Bei Mineralwasser (inklusive Balance) wurden bis Ende Juni 115,3 Mio. Liter abgesetzt, sagte Vöslauer-Vorstand Alfred Hudler. Das entspreche einem Umsatz von 29,3 Mio. Euro - um 5 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Vöslauer kann Marktanteil ausbauen
Den wertmäßigen Marktanteil im Lebensmittelhandel bei Mineralwasser konnte Vöslauer den Angaben zufolge auf 41,1 Prozent weiter ausbauen, die Mitbewerber liegen laut AC Nielsen mit 14,7 Prozent (Römerquelle) und 11,5 Prozent (Waldquelle) deutlich dahinter. "Wir machen mit und ohne Kohlensäure prickelnde Umsätze", freute sich Hudler.

Gutes Geschäft mit "Near Water" -Getränken
Neuerlich kräftig zugelegt hat bei Vöslauer das Geschäft mit so genannten "Near Water"-Getränken, also mit natürlichen Geschmacks- und Wirkstoffen angereicherten Mineralwässern. Vöslauer Balance legte im ersten Halbjahr 2006 um 4,2 Prozent zu, während die Branche ein leichtes Minus von 0,7 Prozent eingefahren habe. "Mit Balance sind wir der Branchenmotor", zeigte sich Hudler zufrieden.

Kampf gegen Gratis-Leitungswasser
Durch gezielte gemeinsame Aktionen gegen die Umsatzverluste durch Gratis-Leitungswasser sei es gelungen, eine Reihe von Neukunden zu akquirieren. Vöslauer schätzt, dass der Gastronomie pro Jahr durch die Bestellung von Leitungswasser 77 Mio. Euro an Umsatz entgehen. Dem entgegenzuwirken will man nun - nach italienischem Vorbild - verstärkt "stilles" Mineralwasser anbieten. Ob die Österreicher im Interesse guter Umsätze der Gastronomie auf ihr geschätztes Leitungswasser verzichten werden, sei dahingestellt. (APA/red)

20.7.2006 15:09