Fische helfen gegen die Schuppenflechte:
Alternative Methode - Dr. Fisch aus Kangal
- Zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter Psoriasis
- Über 3 Wochen täglich 2 Stunden unter den Fischen
Eine offenbar wirksame "alternative" Behandlung der Schuppenflechte: Die Therapie der Psoriasis mit Hilfe des "Dr. Fisch aus Kangal" wurde erstmals von Wissenschaftern der Medizinischen Universität Wien in einer Pilotstudie untersucht, teilten die Autoren am Dienstag in einer Aussendung mit
In Österreich leiden etwa zwei Prozent der Bevölkerung an Schuppenflechte. Einer aktuellen Studie zu Folge ist die, bisher nur in den warmen Quellen des türkischen Kurortes Kangal verfügbare, komplementärmedizinische Therapieform für Patienten mit Schuppenflechte (Psoriasis) auch unter kontrollierten Bedingungen hier wirksam.
Das Konzept
Die Patienten baden drei Wochen lang etwa zwei Stunden täglich mit ca. 200 "Kangal-" oder "Doktor-Fischen" in speziellen Therapiewannen. Die Fische, die auf den wissenschaftlichen Namen Garra rufa (Deutsch: Rötliche Saugbarbe) hören, entfernen dabei die Hautschuppen der betroffenen Patienten schnell und nebenwirkungsfrei. Anschließend erhalten die Patienten eine kurze UV-Bestrahlung im Solarium sowie Hautpflegecremes.
Ein guter Therapieerfolg
Der Mediziner und Biologe DDr. Martin Grassberger von der Medizinischen Universität Wien wertete die Behandlungsergebnisse von 67 Patienten mit ausgeprägter Schuppenflechte nach standardisierten klinischen Kriterien aus. "Insgesamt konnten wir bei knapp über 90 Prozent der Patienten einen guten bis sehr guten Therapieerfolg feststellen,", erklärte er. "Ob neben der beobachteten Entschuppung noch andere Wirkmechanismen durch den Fisch zu tragen kommen, ist derzeit völlig unbekannt", so der Mediziner weiter.
Keine Nebenwirkungen
Über Fragebögen wurden die Dauer des Therapieerfolges sowie die Zufriedenheit der Patienten evaluiert. Dabei berichteten die Patienten im Schnitt über eine 8,5-monatige Symptomfreiheit. 87 Prozent der Patienten gaben der Fischtherapie gegenüber den früher durchgemachten Therapieformen den Vorzug. Relevante Nebenwirkungen konnten nicht beobachtet werden.
Hoch selektiertes Patientengut
"Einschränkend muss gesagt werden, dass diese Studie nur Patienten beinhaltete, die sich nach zahlreichen schulmedizinischen Therapieversuchen dieser durchaus kostenintensiven Therapieform unterzogen. Wir haben es daher mit einem hoch selektierten Patientengut zu tun", relativierte Grassberger die Ergebnisse dieser Pilotstudie. Einen endgültigen Vergleich zu medikamentösen und anderen Therapien können nur neue wissenschaftliche Untersuchungen mit mehreren Patientengruppen, welche die einzelnen Behandlungsformen erhalten, bringen.
(apa/red)

