Freitag, 21. Juli 2006

Der Schmerz kommt auch aus dem Gehirn:
Sonnenbrand betrifft nicht nur die Haut

  • Ein Erregungsprozess im Zentralnervensystem
  • Ähnliche Phänomene findet man auch in der Chirurgie

Ein klassisches Sommerthema der Wissenschaft: Die Schmerzforschergruppe der Medizinischen Universität Wien hat den Nachweis erbracht, dass beim Sonnenbrand die Überempfindlichkeit der Haut nicht nur durch die Entzündungsreaktion, sondern auch durch Erregungsprozesse im Zentralnervensystem ausgelöst wird.

Die Studie befasste sich mit der Fragestellung, ob der Empfindlichkeitsreaktion der Haut um einen Sonnenbrand herum (sekundäre Hyperalgesie) durch ein Lokalanästhetikum (Lidocain) beeinflusst werden kann. Das Ergebnis der Forschungsarbeit erbrachte den Nachweis, dass beim Sonnenbrand die Überempfindlichkeit der Haut nicht nur durch die oft schmerzhafte Entzündungsreaktion ausgelöst, sondern auch durch Erregungsprozesse im Zentralnervensystem gesteuert wird.
Univ.-Prof. Dr. Burkhard Gustorff Gustorff gegenüber der APA: "Wir konnten zeigen, dass offenbar auch dann ein Schmerzgedächtnis entsteht, wenn ein Sonnenbrand auf Grund der Entzündung selbst noch gar nicht schmerzhaft ist."

Ähnliche Rhänomene auch in der Chirurgie
Dadurch sei belegt, dass der Sonnenbrand-Schmerz eben nicht nur eine Sache des lokal betroffen Hautareals sei. Ähnliche Phänomene werden in der Chirurgie beobachtet. Der Schmerzforscher: "Da beschränkt sich der Schmerz auch nicht auf die kleine Operationswunde."
(apa/red)

21.7.2006 14:20