Mittwoch, 19. Juli 2006

Grasser unter Druck: Die Yacht-Affäre. Sein Yachtausflug mit Flöttl schlägt hohe Wellen

  • Wie schädlich ist die Affäre für Schüssels Wahlkampf-Ass? Grasser: ‚Möchte kein fader Politiker sein‘

Die Jetset-Grassers im Visier der Paparazzi – und der Opposition.

Eigentlich wollte er ja den Juli noch so richtig zum Ausspannen nützen. Einfach auf der Trauminsel Sardinien, mit seiner schillernden Ehefrau Fiona Swarovski und ihren Kindern das italienische Dolce Vita genießen. Im Haus seiner Schwiegermutter, nicht an die Niederungen der heimischen Politik denken müssen, und mit seiner glamourösen Frau in den türkisen Wassern vor der Costa Smeralda entspannt plantschen. Aber eine andere Kurzvisite machte Karl-Heinz Grassers Urlaubsträumen ein jähes Ende. Weil der Finanzminister vor einem Jahr auf Einladung des Bankiers Julius Meinl auf einer Yacht vor der kroatischen Küste mit niemand Geringerem als Wolfgang Flöttl – einer der Zentralfiguren im Bawag-Skandal – schipperte, musste Grasser den Sardinien-Urlaub abrupt unterbrechen.

Immerhin muss Wolfgang Schüssels Lieblingsminister nun wortreich erklären, warum er diese Reise zunächst tagelang dementiert hatte und sie erst zugab, als es nichts mehr zu leugnen gab. Für die Opposition ist Grassers Verhalten einmal mehr ein Rücktrittsgrund.

Die ÖVP stellt sich hingegen wie ein Mann vor ihren „parteifreien“ Minister, und Grasser selbst versteht im NEWS-Interview die Aufregung nicht: „Kann sich ein Minister nicht einmal mehr zum Mittagessen einladen lassen?“

In Deutschland freilich führten ähnliche Einladungen zu sofortigen Rücktritten von dortigen Politikern und Bankmanagern. In Österreich hat Grasser wenig zu befürchten.

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PLUS: Das Interview mit KHG

19.7.2006 17:58