Donnerstag, 20. Juli 2006

Nach Erfolgs-Debut: Deutschrocker Madsen mit Zweitwerk "Goodbye Logik" am Start

  • Hamburger bleiben ihrem Stil im Wesentlichen treu

"Musik funktioniert nicht mathematisch." Mit diesem Wissen ausgestattet zog es die deutsche Rockband Madsen zu den Aufnahmen ihres zweiten Albums "Goodbye Logik" (Universal) nach Hamburg, wo man bereits das Debüt eingespielt hatte. Das dort so geschätzte Studio sei ein "Ferienlager für Spinner" mit der richtigen Atmosphäre, wie Sänger Sebastian und Organist Folli berichteten.

Das Debüt "Madsen", vor einem Jahr erschienen, kam bei Kritiker wie Konsumenten gleichermaßen gut an. "Da wir uns keine Pause gegönnt haben, hatten wir keine Zeit, darüber nachzudenken, was man nun von uns erwarten könnte. Bevor Druck entstand, waren wie schon wieder im Studio", erzählte Sebastian, einer von drei Madsen-Brüdern in der Gruppe aus dem durch die Castortransporte bekannt gewordenen Wendland.

Auf Konzertreise hatte der Sänger fleißig Ideen für CD Nummer zwei gesammelt. "Ich kann zwar unterwegs schwer Songs schreiben, aber ich habe viele Notizen gemacht und die Lieder dann zu Hause ausgearbeitet. Wenn ich komponiere, gerate ich in einen Wahn, einen Strudel, ausgelöst von einem noch so kleinen Einfall. Das Songschreiben ist eine echte Leidenschaft."

Viel Spaß hatten die Musiker im Studio, einst im Besitz von Otto Waalkes. "Es hat einen schönen siebziger Jahre Charme. Es riecht in manchen Ecken auch muffig", lachte Folli. "Wir hingen 16 Stunden am Tag dort herum, haben nicht nur musiziert, sondern auch beim Kochen geholfen." In den Pausen wurden die "ganz wichtigen Sachen" gehört: von David Bowie, den Beatles und von AC/DC. Der Unterschied zum ersten Mal: "Wir haben für das neue Album zwei Tage länger gebraucht."

"Wir sehen es realistisch: Die Platte ist immer die Basis für alles, was dann passiert", meinte Sebastian. "Wir wollten uns nicht wiederholen, weil es sonst langweilig geworden wäre. Wir haben am Stil nichts geändert, aber wir waren mutiger. Darum klingen die Stücke doch etwas anders." Das Grundprinzip sei gleich geblieben: "Dass wir keinen Deutschrock spielen, aber deutsche Texte haben, ist das Besondere an Madsen."

Auf das erfolgreiche Jahr angesprochen, zog Sebastian folgende Bilanz: "Ich mag die kleinen Momente. Wenn die Band nach einem tollen Konzert im Hotelzimmer sitzt und sich ein paar Biere gönnt. Das sind Momente, in denen man einfach glücklich ist."

(apa/red)

20.7.2006 12:39
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