Mittwoch, 19. Juli 2006

Aufräumen bei VW? Bei Volkswagen
sollen angeblich 200 Topmanager gehen

  • Auch Führung im Visier von Sparprogramm

Bei der gewinnschwachen Automarke Volkswagen sind die Jobs von 200 Topmanagern in Gefahr. Das berichtet das Hamburger "Manager Magazin" am Mittwoch in einer Vorausmeldung. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard wolle auch beim Management sparen, schreibt das Blatt. Etwa 200 der knapp 1.000 Stellen von der Abteilungsleiterebene aufwärts sollten gestrichen werden. Eine Stellungnahme von VW war zunächst nicht zu bekommen.

Bei Volkswagen läuft derzeit ein umfangreiches Programm, um Mitarbeitern zum freiwilligen Abschied aus dem Unternehmen zu bewegen. Dabei haben schon 2.000 Mitarbeiter Aufhebungsverträge unterzeichnet. Die Aufhebungsverträge sind Teil eines Paketes an Maßnahmen, mit denen VW Personal abbauen will. So laufen außerdem Programme zum Vorruhestand und zur Altersteilzeit. Insgesamt will der Autobauer rund 20.000 Mitarbeiter abbauen.

Gleichzeitig fordert der Vorstand von der Belegschaft eine Arbeitszeitverlängerung auf 35 Stunden ohne Lohnausgleich. Das lehnt die IG Metall ab. Im September wollen Gewerkschaft und Management die Tarifgespräche fortsetzen. Betriebliche Kündigungen sind nach einem Tarifvertrag bis 2011 nicht möglich.

Am (heutigen) Mittwoch wollte der VW-Aufsichtsrat unter anderem über die Personalkosten beraten. VW zahlt seinen Arbeitern in Deutschland rund 20 Prozent mehr als vergleichbare Autofirmen. Die sechs westdeutschen Traditionswerke arbeiten laut Firmenangaben mit Verlust.

(apa)

19.7.2006 13:22