Dienstag, 18. Juli 2006

Spannungen im Nahen Osten: OPEC-Öl
fällt von Rekordhoch wieder leicht zurück

  • Nach All-Time-High. US-Öl wieder etwas teurer

Angesichts der Krise in Israel und dem Libanon hat sich am Dienstag am Ölmarkt keine Entspannung abgezeichnet. Die Preise stiegen erneut um rund einen Dollar, blieben aber unter dem Rekordhoch vom Freitag.

"Es ist eine sehr ernste Situation und das Potenzial für eine Ausweitung ist immer noch da", sagte Kevin Norrish, Ölanalyst bei Barclays Capital. Es bestehe weiter die Gefahr, dass der Preis noch höher steige. Die größte Sorge des Marktes sei es, dass der weltweit viertgrößte Öl-Exporteur Iran in den Konflikt hineingezogen werde, sagte Andrew Harrington von der ANZ Bank.

Der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im September verteuerte sich in London um fast 1,20 Dollar auf 77,10 Dollar. Am Freitag war der Preis bis auf 78,40 Dollar geklettert, ein Allzeit-Hoch. US-Leichtöl zur Lieferung im August stieg um knapp einen Dollar auf 76,25 Dollar.

Der Konflikt im Nahen Osten hält den Ölmarkt seit rund einer Woche in Atem, als Israel nach der Entführung zweier Soldaten durch die radikal-islamische Hisbollah-Miliz eine militärische Offensive im Libanon startete. Bislang wurden dabei mehr als 200 Zivilisten getötet. Ein Ende ist derzeit nicht abzusehen, wenngleich die diplomatischen Bemühungen für einen Waffenstillstand vorangetrieben werden.

(apa)

18.7.2006 14:59