Red Bull und Champagner für Trapattoni: Salzburgs Star-Ensemble geigte in Ried auf
- "Bravissimo Alexander Zickler": Erster Dreier-Pack
- Matthäus unbewegt: "Müssen noch cleverer agieren"
·Bullen zertrampeln Ried: Zickler-Hattrick
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.Der erfolgreichste Klub-Trainer Europas, Giovanni Trapattoni, hat nach gelungenem Debüt in der Bundesliga das 3:0 seiner Salzburger über SV Ried mit "Red Bull und Champagner" gefeiert. Besonders erfreut hat den Italiener zum Auftakt die Vorstellung seines deutschen Stürmers Alexander Zickler, der im Innviertel den ersten "Dreier-Pack" seiner Karriere bejubelte.
Trapattoni und seinem nicht minder prominenten Trainerkollegen Lothar Matthäus war die Erleichterung nach dem Premierensieg gegen die Oberösterreicher deutlich anzumerken. "Die Mannschaft hat nach der schwierigen Anfangsphase Charakter gezeigt. Bravissimo Alexander Zickler und Gratulation an Tormann Ochs", frohlockte "Trap", und Ex-Weltmeister Matthäus betonte die Bedeutung des Erfolges: "Die Mannschaft braucht noch Zeit, um die neuen Spieler zu integrieren. Darum ist das 3:0 doppelt wichtig."
Vor einem Jahr startete der spätere Vizemeister mit einem 1:3 beim GAK in die erste Red Bull-Saison und übernahm die Rote Laterne. Die Ära Trapattoni/Matthäus wurde nun mit Sieg und Tabellenführung wesentlich überzeugender eingeläutet. Auch die Auswärtsschwäche der vergangenen Saison, als man bis zur 12. Runde (1:0 in Mattersburg) auf einen vollen Erfolg in der Fremde wartete, will man so schnell wie möglich vergessen lassen. Unter anderem hatten die "Bullen" im Vorjahr ja auch zweimal in Ried verloren.
Von Euphorie keine Spur
Und noch ein vermeintlicher Salzburger "Komplex" wurde im mit 7.600 Fans ausverkauften Fill Metallbau-Stadion ad acta gelegt. Ex-Bayern-Stürmer Zickler, der schon in München unter Trapattoni gespielt hatte, beendete seine Auswärtstorflaute in Österreich und schoss sein Team mit einem (nicht reinen) Hattrick beinahe im Alleingang zum Sieg. "Ich bin gut gestanden und wurde von der Mannschaft gut eingesetzt", lautete sein bescheidener Kommentar.
Überhaupt fand man im Red Bull-Lager von Euphorie keine Spur. "Der Erfolgsdruck hat die Mannschaft in der ersten halben Stunde nicht ins Spiel kommen lassen. Die Folge waren zwei Hundertprozentige für Ried, die aber Gott sei Dank nicht verwertet wurden", analysierte Matthäus nüchtern und ergänzte: "Der Sieg ist zu hoch ausgefallen. In Zukunft müssen wir noch cleverer spielen, den Ball schneller in die Offensive bringen."
Nur ein Österreicher in der Startformation
Zum leidigen Österreicher-Thema - in der Startelf stand mit Aufhauser nur ein rot-weiß-roter Nationalspieler - erklärte der ehemalige Inter Mailand- und Bayern München-Star: "Andreas Ivanschitz braucht wegen seiner Muskelverletzung noch zehn Tage Pause und Janko hat noch Trainingsrückstand." Über die ersten Wochen seiner Zusammenarbeit mit Trapattoni berichtete Matthäus: "Da wird viel zu viel hinein interpretiert. Wir wollen beide den Erfolg für Salzburg und die Leistung der Mannschaft Tag für Tag verbessern."
In den Reihen der Rieder war die Enttäuschung groß. Schließlich hatte man in der vergangenen Saison nur ein einziges Heimspiel verloren, in den ersten drei Partien kein Gegentor erhalten und in Runde drei die Salzburger mit 3:0 nach Hause geschickt. Der Nachfolger von Erfolgstrainer Heinz Hochhauser, Helmut Kraft, war dennoch bemüht, die Auftaktpleite nicht zu dramatisieren: "Salzburg hat zwar in der zweiten Hälfte Spiel und Gegner kontrolliert, die erste Hälfte war aber völlig offen."
Martinez als Pechvogel der Rieder
Der Tiroler zollte dem Titelfavoriten Respekt und trauerte vergebenen Chancen nach: "Die ohnehin schon breite Salzburger Brust ist nach der Führung noch breiter geworden. Schade, dass wir nicht wenigstens die Elfer-Chance zum Ehrentreffer genützt haben.
Für Sebastian (Martinez vergab einen Foulelfer, eine hochkarätige Chance und köpfelte an die Latte/Anmerkung) gibt es einiges wegzustecken." Kraft richtete den Blick aber gleich wieder auf kommende Aufgaben: "Vor dem UI-Cup-Rückspiel gegen Tiraspol müssen wir die Enttäuschung aus den Köpfen bringen und unsere Aufstiegschance wahren."
(apa/red)
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