Gewonnener Punkt für den GAK: Grazer
'moralischer Sieger' der Nullnummer in Wien
- Coach Söndergaard erfreut: 'Perfekte Team-Leistung'
- Austria-Trainer Schinkels wurde in der Kabine laut
·Nullnummer bei Austria gegen GAK
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Das erste Liga-Spiel des neuen Fußball-Jahres in der Bundesliga hat zwar keine Tore, aber einen moralischen Sieger gebracht. Liebherr GAK, das schlechteste Auswärtsteam der gesamten Saison 2005/06, trotzte an einem lauen Sommerabend und in einer flauen Partien in Wien Double-Gewinner Austria Magna ein 0:0 ab. Im Vorjahr waren die Violetten noch mit einem 2:1 gegen Nordea Admira - und noch dazu in der Fremde - gestartet.
Der Titelverteidiger zeigte optisch den Gästen freilich den Hausherren, trotz seiner Feldüberlegenheit vermochte er die Grazer Abwehr jedoch nie wirklich in Verlegenheit zu bringen. Zu oft wurde der Weg zum Glück durch die Mitte und zu wenig über die Seiten gesucht. Links blieb der nicht fitte Stepan Vachousek (Adduktoren) ohne Power und rechts kam Markus Kiesenebner als Ersatz für den abgewanderten Libor Sionko nicht zur Geltung. "Kisi bekam aber auch zu wenig Bälle und daher hing im Sturm wiederum Thomas Pichlmann in der Luft", erklärte Austria-Trainer Frenkie Schinkels.
Die erste Hälfte bezeichnete er als Sommerfußball. "Da war der Gegner sehr gut organisiert und wir haben nicht das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten, nämlich Tempo machen, Wechselpässe schlagen und über die Flanken angreifen. Ich musste in der Pause laut werden", meinte Schinkels, der nach dem Wechsel vor 7.300 Zuschauern, darunter auch der gegenüber den Medien schweigende Mäzen Frank Stronach sowie ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger und Bundesliga-Vorstand Georg Pangl, eine Besserung konstatierte. "Aber wenn's blöd gelaufen wäre, hätten wir auch verlieren können."
Auf Grund der Feldüberlegenheit und Chancen in der zweiten Hälfte hätten seine Mannen verdient, zu gewinnen, sagte Schinkels, der sich von seiner Truppe den im Finish gezeigten Druck über 90 Minuten wünscht. Lauter Jubel brandete nur vor dem Anpfiff auf, als die offiziellen Verabschiedung von Ex-Austria-Keeper Joey Didulica erfolgte. Der gegen Ende eingewechselte Stürmer Roman Wallner sah den Auftakt so: "Im ersten Spiel wollte keine Mannschaft durch ein dummes Tor verlieren, es war ein Abtasten, ein Taktieren. Ich glaube aber, dass es in den nächsten Spielen besser wird". Als Trost blieb auch, dass Austria nun elf Runden in Serie zu Hause ungeschlagen (fünf Siege/sechs Remis) ist.
In der GAK-Kabine sah man hingegen nur lachende Gesichter, nachdem man vorher auf dem Rasen die Handschrift von Ex-Austria-Feldherr Lars Söndergaard in den Gästereihen deutlich ausgemacht hatte. "Wir sind hinten kompakt gestanden, haben durch die Mitte nichts zugelassen. Wir sind auf einigen Positionen neu formiert, daher mit dem Resultat sehr zufrieden", meinte Torhüter Andreas Schranz, der die wenigen Schüsse auf sein Gehäuse souverän abgewehrt hatte. Für Kapitän Joachim Standfest war es "in der Defensive perfekt, in der Offensive aber noch zu wenig, das Remis letztlich aber gerecht."
Söndergaard, der mit den Athletikern mit dem Ziel nach Wien gekommen war, nicht wenige Tore zu kassieren, sondern vielmehr zu punkten, resümierte nach dem Duell mit seinem früheren Arbeitgeber positiv. "Nicht die Vierer-Kette alleine, die ganze alle Elf hat die Räume eng gemacht und wenige Möglichkeiten zugelassen", lobte der GAK-Trainer eine perfekte Leistung seiner Mannschaft, die das gezeigt hat, was man von ihr erwartet hatte. "Super gekämpft und gelaufen", nannte es der Coach.
Zum Schluss war jedoch eine gewisse Müdigkeit doch deutlich zu bemerken, da wurden Bälle leicht verschenkt. "Weil einige Spieler nicht die komplette Vorbereitung mitgemacht haben", begründete Söndergaard, der zugab, dass ein mögliches 1:0 durch Hassler im Finish "für uns unverdient gewesen wäre". Dass das Spiel nach vorne effektiver werden muss, ist dem Dänen klar. "Da können wir besser spielen, das haben wir auch schon beweisen." Die nächsten Wochen werden es zeigen.
(apa/red)
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