"Wie das Messer durch Butter": Neo-"Bulle"
Kovac will durch Liga "durchmarschieren"
- Mit Defensivstrategie Trapattonis schon angefreundet
- Ziele: "Meister werden und in Champions League"
Der kroatische Nationalteamkapitän Niko Kovac nimmt in Ried seine erste Saison in der österreichischen Fußball-Bundesliga in Angriff. Mit dem Titel-Favoriten Red Bull Salzburg will der 34-jährige Mittelfeldspieler hoch hinaus. "Ich glaube, wir marschieren durch wie das Messer durch die Butter", lautet die alles andere als zurückhaltende Prognose des gebürtigen Berliners, der von Hertha BSC zu den "Bullen" wechselte.
Mit Bayern München gewann der 62-fache Nationalspieler Weltcup, Meistertitel und den DFB-Cup, mit Salzburg strebt Kovac ebenfalls Großes an: "In der Mannschaft steckt sehr viel Qualität. Wir wissen alle, was wir wollen und darauf arbeiten wir auch beinhart hin: Nämlich Meister zu werden und uns für die Champions League zu qualifizieren."
Über Dimension bewusst
Die Umstellung von der deutschen Bundesliga und der jüngst absolvierten Weltmeisterschaft auf die österreichische Liga fällt dem Routinier laut eigener Aussage nicht schwer: "Ich werde die gleiche Einstellung an den Tag legen wie bei Bayern München oder Hertha. In Österreich ist nur alles etwas kleiner als in der deutschen Bundesliga. Im Berliner Olympiastadion habe ich vor 70.000 Zuschauern gespielt, in Ried sind es eben 8.000. Aber ich wollte das und es war eine gute Entscheidung."
Seinem neuen Arbeitgeber Red Bull streut Kovac Rosen: "Von den Strukturen und dem Umfeld her ist man hier schon sehr weit und mit Sicherheit einigen deutschen Bundesligavereinen voraus." Die persönliche Beziehung zu Salzburg und den Fans ist hingegen erst im Entstehen. "Die Identifikation und das Herzblut wie es bei Hertha war, muss für mich in Salzburg erst wachsen und das wird es auch. Umso mehr, wenn dann die Erfolge da sind."
Vom italienischen Neo-Salzburg-Coach Giovanni Trapattoni zeigt sich der verheiratete Familienvater (Frau Kristina und fünfjährige Tochter Laura) schwer beeindruckt: "Er ist auch ein Grund dafür, warum ich hierher gekommen bin. Mein Bruder Robert hat mir einiges über das taktische Training von Fabio Capello bei Juventus erzählt und unter Trapattoni trainieren wir ebenfalls sehr viel im taktischen Bereich. Es ist schon ein Unterschied zum Training in der deutschen Bundesliga."
Kovac hat sich mit der Philosophie des Startrainers bereits angefreundet: "Da Giovanni Trapattoni ebenfalls ein Defensivspieler war, ist seine Denkweise auch die meine. Er legt großen Wert darauf, dass wir nicht mit dem Kopf durch die Wand gehen und dass ein Fehler nicht zweimal gemacht wird. Offenbar ist dies ein guter Weg. Denn die WM hat gezeigt, dass die Mannschaften vorne waren, die defensiv organisiert gestanden sind und die wenigsten Tore bekommen haben."
Im Herbst seiner Karriere wird Kovac auch bezüglich möglicher Zukunftspläne von Trapattoni entscheidend beeinflusst: "Eigentlich wollte ich nie Trainer werden, aber jetzt vielleicht schon." (APA/red)
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