Auftakt-Pleite für Rapid in Mattersburg: Späte Entscheidung durch Hlinka-Eigentor
- Liga-Neuling Altach verliert gegen Superfund Pasching
- Wacker Tirol holt sich verdient drei Punkte bei Sturm
·Nullnummer bei Austria gegen GAK
Liga-Auftakt lässt keine Stimmung aufkommen
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Nach der Nullnummer von Meister Austria zum Saisonauftakt gegen den GAK musste sich der Lokalrivale und Vorgänger Rapid in Mattersburg sogar mit 0:1 (0:0) geschlagen geben. Peter Hlinka war in der 87. Minute nach einem Freistoß von Fuchs aus kurzer Distanz "erfolgreich" und hängte seinem Tormann Payer ein "Gurkerl" zum schließlich verdienten Sieg für die Burgenländer an. Liga-Neuling Altach musste sich Superfund Pasching geschlagen geben, Wacker Tirol holte sich verdient drei Punkte bei Sturm Graz ab.
Denn die Hausherren, die im 13. Bundesligaduell zum dritten Mal die Wiener bezwangen, hatten die besseren Chancen, die aber durch Thomas Wagner (zwei Mal) und Fuchs vergeben wurden. Der insgesamt zweite Heimsieg der Mattersburger gegen den grünen "Bruderklub" bedeutete gleichzeitig die Fortsetzung von zwei Serien: Mattersburg ist in der Bundesliga nun sechs Spiele in Folge ungeschlagen (vier Siege, zwei Remis) und hat daheim heuer noch kein Spiel verloren, Rapid ist auswärts elf Spiele en suite sieglos, hat somit im Jahr 2006 auf fremden Plätzen noch nicht gewonnen.
Für die erste gefährliche Situation sorgte ein Rückpass von Dober, wobei Payer gerade noch vor Naumoski und Wagner rettete (12.). Nach einem gefährlichen Freistoß von Fuchs (Payer war wieder auf dem Posten/22.), hatte Thomas Wagner zwei Minuten später seine erste "Hundertprozentige". Fuchs verlängerte eine Flanke von Holenak mit dem Kopf zu Naumoski, dessen Schuss aus schrägem Winkel parierte Payer, der Ball kam zu Wagner, der den Ball aus kürzester Distanz über das Tor schaufelte.
Die beste Möglichkeit für Rapid vor der Pause fand in der 31. Minute Kincl vor, der den Ball mit dem Kopf um Zentimeter neben das Tor zirkelte. In der 45. Minute schien das 1:0 für die Hausherren unvermeidlich, als Kühbauer mit einem Idealpass Thomas Wagner freispielte, doch dieser schoss den Ball allein vor Payer an der linken Stange vorbei. Gleich darauf rettete Borenitsch vor Vorisek und in der Nachspielzeit jagte Naumoski nach einem Corner den Ball aus guter Position hoch über das Tor.
Hlinka-Eigentor sorgt für die späte Entscheidung
Die dritte Riesenchance für die Hausherren fand dann Fuchs in der 52. Minute vor, als er nach Vorarbeit von Naumoski frei zum Schuss kam, doch an Payer scheiterte. Dann tat sich lange Zeit wenig Gefährliches. Bis eben zur 87. Minute, als Fuchs von rechts einen Freistoß vor das Rapid-Tor zirkelte und dort Hlinka den Unglücksraben spielte. Rapid hatte übrigens auch vor einem Jahr - 2:3 gegen Sturm und das als regierender Meister im St. Hanappi - einen Fehlstart verzeichnet.
Was die eventuelle Rückkehr von Steffen Hofmann von den Münchner Löwen zu Rapid betrifft, so sieht Sportchef Peter Schöttel eine realistische Chance, weiß aber auch, dass man oft schon im letzten Moment gescheitert ist. Was den Wechsel von Gernot Plassnegger angeht, so würde man den Spieler, der aus dem Vertrag beim GAK ausgetreten ist, nachdem ihm Geld geschuldet worden ist, wenn notwendig vor Gericht unterstützen.
Kein Punkt für Liga-Neuling Altach
Kein Erfolgserlebnis gab es für den SCR Altach bei der Premiere in der Bundesliga. Der Aufsteiger hielt beim 2:3 (2:2) gegen UEFA-Cup-Starter Pasching zwar bis zur Pause mit und bestimmte auch das Spiel, ging nach einem Freistoßtreffer von Marcel Ketelaer in der 72. Minute aber als Verlierer vom Platz.
In einer ereignisreichen ersten Spielhälfte hatte Kabat die Paschinger Führung erzielt, Schnellrieder und Muhr aber den zwischenzeitlichen Vorsprung für Altach herausgeschossen. Baur schaffte aber eine Minute vor dem Pausenpfiff noch den Ausgleich.
Die Vorarlberger bauten in ihrer Startformation auf zehn Spieler aus dem Erste-Liga-Meisterkader. Mit Innenverteidiger Chinchilla-Vega aus Costa Rica war nur ein Neuzugang auf dem Spielfeld zu finden, auch weil die Spielgenehmigungen nicht (bei Da Silva, Ledezma) oder erst kurz vor Spielbeginn (Dorta) eintrafen. Pasching setzte hingegen mit Riedl, Pamminger und Heimkehrer Mayrleb auf drei Neue. Trainer Milan Djuricic feierte nach elf Jahren - damals noch bei Vorwärts Steyr - sein Comeback in der Bundesliga.
Das Spiel startete mit einer weiteren Premiere, bereits nach sechs Minuten verwertete Peter Kabat eine Ketelaer-Flanke per Kopf zum Führungstreffer für den Dritten der abgelaufenen Meisterschaft. Es war das erste Tor der Saison 2006/07. Danach zogen sich die Oberösterreicher zurück und überließen dem Aufsteiger das Spiel. Eine Taktik, die bestraft wurde. Baldauf traf bei einem Fernschuss nur das Außennetz (10.), Winkler schupfte den Ball aus 15 Metern in die Hände von Pasching-Schlussmann Schicklgruber. Stürmer Unverdorben hatte gleich zweimal die Chance auf den Ausgleich am Fuß (23.,30.), scheiterte aber beide Male.
Während aus dem Spiel kein Treffer fiel, schlugen beide Mannschaften bis zum Pausenpfiff aus "Standards" zu. Altach-Kapitän Schnellrieder blieb es vorbehalten, den ersten Treffer der Vorarlberger in der Bundesliga zu erzielen. Das Urgestein verlängerte einen Freistoß per Hinterkopf zum 1:1-Ausgleich (34.), Schicklgruber irrte dabei durch den Strafraum. Altach blieb weiter am Drücker und ging zur Freude der 6.000 Zuschauer nur sieben Minuten später in Führung: ein Freistoß von Muhr segelte an Freund und Feind vorbei ins Netz (41.).
Ketelaer besorgt per Freistoß die Entscheidung
Die Fans auf den Rängen feierten noch, da erzielte der UEFA-Cup-Starter aus seiner zweiten Chance das zweite (Kopf-)Tor. Baur lenkte einen Kabat-Freistoß ins Altacher Gehäuse (44.) - ein umstrittener Treffer, weil der im Abseits stehende Bubenik Tormann Krassnitzer die Sicht verstellte. Für die Vorarlberger schien der Ausgleich wie ein Schock, von dem sie sich auch in der Pause nicht mehr erholten.
In den zweiten 45 Minuten präsentierte sich Pasching nämlich von Beginn weg initiativer und spielfreudiger. Die Vorarlberger ließen sich zu sehr zurückdrängen und die spielerische Linie vermissen. Ketelaer tauchte in der 51. Minute erstmals gefährlich vor dem Tor auf, Krassnitzer parierte aber den Schuss aus kurzer Distanz. Der Deutsche war es auch, der den Siegtreffer erzielte. Nach einem Foul an Mayrleb hob der bekannt gute Freistoßschütze den fälligen Strafstoß über die Mauer zum 3:2 für Pasching.
Verdienter Sieg von Wacker bei Sturm Graz
Mit drei Minuspunkten in die Saison gestartet hat Sturm Graz in der 1. Runde den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen. Die Steirer unterlagen vor knapp 6.500 Zuschauern zu Hause gegen Wacker Tirol verdient 2:3 (1:2). Für die Sieger trafen Feldhofer (24.), Schrott (33.) und Masek (85.), die Grazer durch Krammer (30.) und Rauter (87.). Sturm-Captain Verlaat scheiterte in der 53. Minute mit einem Elfmeter an Pavlovic.
Nach kurzer Anlaufphase kamen die Fans in der UPC-Arena Mitte der ersten Spielhälfte in den Genuss einer Torparade. Die Gäste legten vor, nach Eckball von Kolousek von der linken Seite drückte Ex-Sturm-Spieler Feldhofer völlig unbehindert aus sieben Metern per Kopf ein (24.). Die Antwort der Grazer ließ nur rund fünf Minuten auf sich warten, nach Vorlage von Leitgeb schoss Krammer von halbrechts durch die Beine von Pavlovic zum 1:1 ein (30.).
Die neuerliche Wacker-Führung folgte prompt, über die Stationen Gruber und Masek gelangte der Ball durch die verwirrte Sturm-Defensive zu Schrott, dieser traf knapp innerhalb des Strafraums wuchtig ins kurze Eck (33.).
Verlaat sorgt mit Elfer-Flop für Lacher
Die große Chance auf den neuerlichen Ausgleich gab es für die Hausherren in der 53. Minute. Mimm legte Leitgeb im Strafraum klar von hinten, Schiri Drabek entschied folgerichtig auf Elfmeter. Kapitän Verlaat übernahm die Verantwortung, leistete sich jedoch bei der Ausführung einen peinlichen Aussetzer. Mit der Schärfe eines Rückpasses schlenzte der Routinier den Ball in die Tormitte, dort blieb jedoch Goalie Pavlovic stehen und fing den Ball locker.
Der Schock saß danach bei den Grazern tief, die Tiroler waren in der Folge die klar bessere Mannschaft. Gruber verfehlte per Kopf das Tor knapp (73.) und Masek traf die linke Stange (75.). Verdientermaßen gab es deshalb in der 85. Minute die endgültige Entscheidung. Mimm legte freistehend uneigennützig quer für Masek und der tschechische Neuzugang vollendete ins leere Tor.
Das 2:3 in der 87. Minute durch Rauter nach schöner Vorlage durch Filipovic änderte am Fehlstart für Neo-Sturm-Trainer Franco Foda nichts mehr. Wackers Neuer Frantisek Straka durfte hingegen jubeln.
(apa/red)
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