Mittwoch, 19. Juli 2006

Nullnummer bei Austria gegen GAK: Neue Saison gestartet, Kicker noch in den Ferien

  • "Veilchen" konnten Feldüberlegenheit nicht verwerten
  • Müdes Match: Grazer verlegten sich aufs Verteidigen

7.229 Zuschauer haben im Wiener Horr-Stadion vergeblich auf das erste Tor der T-Mobile-Bundesliga 2006/07 gewartet. Double-Gewinner Austria Wien musste sich im Saison-Auftaktspiel gegen den GAK mit einem matten 0:0 zufrieden geben. In einem mäßigen und größtenteils von Vorsicht geprägten Match waren die Hausherren zwar optisch überlegen, die Gäste brachten das Remis jedoch dank einer soliden Defensivleistung über die Zeit.

Unter den enttäuschten Premierenbesuchern in Wien-Favoriten befanden sich u.a. auch Teamchef Josef Hickersberger, Liga-Vorstand Georg Pangl, Noch-Klub-Mäzen Frank Stronach sowie Publikumsliebling und Ex-Tormann Joey Didulica (neuer Klub Alkmaar), der sich die Partie von der Fan-Tribüne aus ansah.

Lauer Ferien-Kick nach der WM
Didulicas ehemalige Klubkollegen starteten bei hochsommerlichen Temperaturen in neuem Gewande (Nummern meisterlich in Gold, Vorderseite violett-weiß längs gestreift) und u.a. mit den zwei neuen Stammspielern Safar und Pichlmann. Auf Seiten der Gäste standen mit Akoto, Landerl und Horvath drei neue Namen in der Startformation.

Zum Leidwesen der Fans entwickelte sich eine klassische Auftaktpartie, die von taktischem Abtasten und Vorsicht geprägt wurde. Die Violetten waren zwar optisch überlegen, wirklich zwingende Chancen ergaben sich jedoch kaum. Wenn, dann wurde die Schinkels-Truppe nach Flanken gefährlich. Nach Papac-Flanke schoss Kiesenebner drüber (21.), ein Kopfball von Tokic war für Schranz leichte Beute (22.) und bei der ersten Großchance verfehlte Kiesenebner nach Sebo-Hereingabe das linke Eck knapp (33.).

GAK verlegt sich aufs Verteidigen
Die Grazer machten hinten die Räume geschickt eng, nach vorne brachte man aber wenig Gefährliches für den gegen die Sonne schauenden Safar zu Stande. Ein Skoro-Roller (27.) und ein von Safar parierter Horvath-Flachschuss (38.) waren die ersten Ausnahmen.

Nach der Pause zeigte sich die Truppe von Ex-Austria-Trainer Söndergaard ein paar Minuten lang von ihrer offensiven Seite, bei einem abgefälschten Schuss von Muratovic hatte Safar Mühe (53.). Danach versuchten die Austrianer einen Gang zuzulegen, doch die GAK-Defensive machte auch ohne Routinier Ehmann (finanzielle Differenzen) einen recht sicheren Eindruck.

Sebo lässt aus, Hassler schockt "Veilchen"
Die besten Austria-Chancen: Sebo verfehlte nach Alleingang das kurze Eck (54.), bei einem Gewaltschuss des Slowaken parierte Schranz glänzend (66.), nach Ceh-Corner köpfelte Aigner drüber (70.), ein Troyansky-Weitschuss streifte über die Latte (76.), Sebo verfehlte nach schönem Vachousek-Querpass freistehend das Tor (80.) und Wallner scheiterte mit einem Drehschuss an Schranz (88.).

In der Nachspielzeit hätte es beinahe noch die kalte Dusche für die Veilchen gegeben, doch Hassler setzte einen Kopfball drüber (92.).

"GAK so gefährlich wie meine Frau beim Tischtennis"
Austria-Trainer Schinkels nahm die Punkteteilung mit Humor: "Vor der Pause haben wir nicht wie ein Meister gespielt, vom Kopf und von der Taktik her. Die zweite Hälfte war dann top, da haben wir mit Druck gespielt und Chancen gehabt. Der GAK war außer bei Weitschüssen so gefährlich wie meine Frau beim Tischtennis."

(apa/red)

19.7.2006 23:00