Bronchitis als Grund für Schwäche Georg
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Österreichs Radsport-Fans haben bei der 93. Tour de France vergeblich auf ein Zeichen von Georg Totschnig gewartet. Der Etappensieger des Vorjahres und Sportler des Jahres vermochte nach Rang elf in der großen Pyrenäen-Etappe auf den drei Alpenabschnitten dieser Woche nie auch nur annähernd sein Potenzial auszuspielen. Erst am Donnerstag wurde der Grund der zuvor unerklärlichen Schwäche erkannt: Totschnig leidet an Bronchitis, will aber bis ins Endziel Paris weiterfahren.
"In unserem Team sind mehrere Leute krank, da dürfte ich mich angesteckt haben", sagte Totschnig, der seit dem Wochenende von seinem ebenfalls an Bronchitis leidenden Zimmerkollegen Peter Wrolich getrennt wohnt. Am Ruhetag (Montag) seien die Probleme zu Tage getreten, meinte der Zillertaler. "Aber so schnell erkennt man das nicht, dass man krank ist."
Er mühte sich zwei Tage lang über die Berge, psychisch angeknackst, weil er aus unerklärlichen Gründen seine eigenen hohen Erwartungen nicht zu erfüllen vermochte. Im Training war alles perfekt gelaufen, keine Krankheit hatte ihn zurückgeworfen. Am Donnerstag wurde wenigstens der Grund für den Misserfolg klar: "Ich habe mich heute früh wirklich krank gefühlt. Die Bronchitis dürfte der Hauptgrund sein, warum an den vergangenen Tagen überhaupt nichts gegangen ist", betonte Totschnig, den Atemprobleme bremsten.
Die angepeilten Ziele - eine Top-5-Gesamtplatzierung oder ein Etappensieg - waren für den 35-Jährigen in seiner vielleicht letzten Tour unerreichbar. Schon nächste Woche könnte er sich über seine weitere Karriere Klarheit verschafft haben. Das schlechte Abschneiden sollte die Entscheidung nicht beeinflussen. "Bis zum zweiten Ruhetag ist es eigentlich ganz gut gelaufen, aber dann hat mir schon in L'Alpe d'Huez die Energie gefehlt", bilanzierte Totschnig. "Zufrieden kann ich natürlich nicht sein, aber man kann es nicht ändern."
Wrolich schleppt seit längerer Zeit gesundheitliche Probleme mit sich herum. "Eigentlich ist es nicht vernünftig, sich so durchzukämpfen, aber bei der Tour gibt man nicht so schnell auf", meinte der Kärntner, der in den Flachetappen der wichtigste Helfer Totschnigs gewesen war. Er führt die große Zahl der Erkrankungen auf die Hitze und die große Länge der Etappen zurück.
(apa)
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