Donnerstag, 20. Juli 2006

Brasiliens Teamchef Parreira tritt zurück: Schlappe in Deutschland bleibt unvergessen

  • Auch Argentinien sucht nach einem neuen Coach
  • Luxemburgo & Basile gehen als Favoriten ins Rennen

Bei den südamerikanischen Großmächten Brasilien und Argentinien werden nach der WM neue Gesichter auf der Trainerbank Platz nehmen. Carlos Alberto Parreira erklärte seinen Rücktritt, Argentiniens Jose Pekerman hatte bereits nach dem Viertelfinal-Out der "Gauchos" (1:1, 2:4 n.E. gegen Deutschland) seinen Trainersessel geräumt. In Brasilien gelten nun Vanderlei Luxemburgo und Paulo Autuori als seriöse Kandidaten auf die Parreira-Nachfolge.

Parreira wird nach eigenen Angaben höchstwahrscheinlich den Trainerposten beim kommenden WM-Gastgeber Südafrika übernehmen.

Dem 54-jährige Luxemburgo, der in Brasilien mit vier verschiedenen Mannschaften insgesamt fünf Meistertitel geholt hat, eilt jedoch der Ruf voraus, als Coach der "Selecao" schon einmal versagt zu haben. 2000 wurde er nach dem Ausscheiden der brasilianischen Olympia-Auswahl gegen Kamerun vom Verband entlassen. Auch als Klubtrainer blieben ihm zuletzt Erfolge versagt: Bei Real Madrid wurde er nach schlechten Saison-Ergebnissen im Dezember 2005 vor die Tür gesetzt.

Auch Autuori kann auf Erfolge mit südamerikanischen Klubs zurückblicken, mit Cruzeiro und Sao Paolo holte er die Copa Libertadores. Kritiker halten ihm jedoch mangelndes Charisma und fehlende Erfolge als Teamchef von Peru vor. Unter Autuori verpassten die Peruaner die Teilnahme an der WM 2006.

In Argentinien gilt mit Alfio Basile ein alter Bekannter als deklarierter Nachfolger von Pekerman. "Es gibt ein konkretes Angebot für Basile, das Team zu übernehmen", meinte Mauricio Macri, Präsident von Boca Juniors. Basile, der die Albiceleste bereits von 1991 bis 1994 betreute, ist derzeit beim argentinischen Traditionsklub engagiert. Seit seinem Amtsantritt bei Boca im vergangenen Jahr gewannen die Juniors zweimal die Meisterschaft. Nur mehr Außenseiter-Chancen auf den Posten werden Diego Maradona, Daniel Passarella und Carlos Bilardo zugestanden.

(apa/red)

20.7.2006 15:55