54% der Salzburger sagen 'Ja': Nach WM-Euphorie Umschwung in Sachen Olympia '14
- Landbewohner sehen Bewerbung positiver als Städter
- Grüne: 'Nach wie vor keine seriöse Kostenaufstellung'
Mehr als die Hälfte der Salzburger (54 Prozent) wollen, dass Salzburg den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2014 bekommt, nur jeder Vierte (25 Prozent) ist dagegen und knapp jedem Fünften (19 Prozent) ist das egal. Das geht aus einer im Auftrag der "Bezirksblätter" Salzburg durchgeführten repräsentativen Umfrage des Grazer Meinungsforschungsinstitutes Gesellschaft für Marketing und Kommunikation hervor. Im Dezember 2004 hatten sich ebenfalls in einer GMK-Umfrage 63 Prozent der Salzburger gegen eine neuerliche Olympia-Bewerbung ausgesprochen.
Auch in der Stadt dürfte sich die Situation geändert haben: "Die Tendenz geht hier in Richtung mehr Befürworter als Ablehner, allerdings ist es eine knappe, relative Mehrheit - im Gegensatz zum Bundesland, wo das eine ganz klare Sache ist", interpretiert GMK-Meinungsforscher Anton Leinschitz.
Stadtbewohner sind skeptischer
Fazit: Die Zustimmung ist in der Stadt nicht ganz so ausgeprägt wie im Bundesland. "Die Ausgangssituation ist jetzt - wo die Stadt Salzburg ja bereits offizielle Kandidatin ist - natürlich eine völlig andere als etwa vor zwei Jahren oder auch zur Zeit der Bürgerbefragung. Nach dem Motto 'Wenn wir uns schon bewerben, dann wollen wir auch gewinnen' spielt hier nun der sportliche Ehrgeiz mit eine Rolle", analysierte Leinschitz weiter. Hinzu komme noch ein zweiter Effekt: die positive Stimmung rund um die Fußball-WM in Deutschland. "Der WM-Effekt wird in den kommenden Monaten sicher wieder abflachen, aber wenn die Fußball-EM in Österreich auch ein Erfolg wird, dann nützt das auch der Olympiastimmung in Salzburg", so der Meinungsforscher.
Bürgermeister Schaden bleibt gelassen
Er habe sich erwartet, dass die Olympiazustimmung mit der Ernennung Salzburgs zur "Candidate City" steigen werde, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Salzburger Olympiabewerbungsgesellschaft, Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden in den "Bezirksbättern", Insofern überrasche ihn das Ergebnis nicht besonders. "Auch deshalb nicht, weil - nach einer langen Phase der Kritik - jetzt gute Nachrichten kommen." Je näher der 7. Juli 2007 - der Tag der Entscheidung über den tatsächlichen Austragungsort - rücke, desto höher werde die Zustimmung in der Bevölkerung sein, wünscht sich Schaden, der auf einen "patriotischen Reflex" setzt.
Olympiakritiker Cyriak Schwaighofer (Grüne) meinte in den Bezirksblättern zur Umfrage: "Der Stimmungsaufschwung hat natürlich etwas mit der Fußball-WM zu tun, aber auch mit den österreichischen Erfolgen in Turin." Unverändert geblieben sei die Tatsache, dass es "nach wie vor keinerlei seriöse Kostenaufstellung gibt, es wird weiter mit zu niedrigen Belastungen argumentiert."
Die GMK-Umfrage wurde telefonisch vom 5. bis 7. Juli durchgeführt, wobei 400 Personen ab 18 Jahren befragt wurden. Die Schwankungsbreite beträgt plus/minus 5 Prozent. (APA/red)
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