Freitag, 21. Juli 2006

Italien-Urlauber in Angst: Brutale Überfälle in Villen und Ferienwohnungen häufen sich

  • Opfer mit Giftgas betäubt, gefesselt und ausgeraubt
  • Laut Polizei Rumänische und albanische Banden aktiv

Im wohlhabenden norditalienischen Raum häufen sich derzeit Überfälle in Villen und Ferienwohnungen. Besonders betroffen sind die Badeorte Bibione und Lignano. Ganze Familien werden mit Giftgas betäubt oder auch geschlagen und gefesselt. Die Taten werden überwiegend von professionellen Banden aus Osteuropa verübt.

Vor zwei Wochen nahm die Polizei in der friulanischen Provinzhauptstadt Pordenone einen international gesuchten albanischen Kriminellen fest, der für eine lange Serie von Überfällen in Norditalien verantwortlich gemacht wird. Der seit fünf Jahren gesuchte 31-Jährige soll hunderte Wohnungen und Villen wohlhabender Urlauber und Unternehmer ausgeraubt haben. Der Verdächtige soll Kopf einer Bande sein.

Die Überfälle in Norditalien sind für zu einem Riesenproblem geworden. Ganze Familien werden mit Gas betäubt, aber auch geschlagen, gefesselt und beraubt. Die Täter, die vor den Überfällen oft Kokain nehmen, gelten laut Polizei als besonders brutal. Für ihre Coups suchen sie überwiegend abgelegene Häuser und Wohnungen aus.

Der neue italienische Innenminister Giuliano Amato gab vergangene Woche in einer Rede vor dem Parlament zu, dass das Problem der Überfälle auf Villen rasant zugenommen habe. Nur 38,64 Prozent der Täter wurden in diesem Jahr gefasst, 2004 betrug dieser Prozentsatz noch 30 Prozent. Vor allem rumänische und albanische Kriminellenbanden seien für die Überfälle verantwortlich. Diese sind auch für Drogenhandel, Menschenhandel und Schlepperei verantwortlich.

(apa/red)

21.7.2006 12:21