Freitag, 21. Juli 2006

Tödliche Hitzewelle in Frankreich: Schon zwanzig Menschen sterben bei bis zu 38 Grad

  • Erstes Todesopfer auch in Italien. Plus: BILDER!
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Die Hitzwelle hält Europa weiter im Schwitzkasten: Ein Ende der drückenden Hitze ist vorerst nicht in Sicht. In Frankreich sind nach offiziellen Angaben bereits 20 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben.

Die Gewitter in vielen Teilen Frankreichs in der Nacht zum Donnerstag brachten kaum Abkühlung. Am Freitag steigen die Temperaturen vor allem im Osten und Südosten wieder auf bis zu 38 Grad. Besserung ist laut Meteo France frühestens Mitte der nächsten Woche zu erwarten. Im Sommer 2003 waren in Frankreich knapp 15.000 Hitze-Tote errechnet worden.

In Deutschland erreichten am Freitag die Temperaturen schon mittags vor allem im Rhein-Main-Gebiet mehr als 30 Grad. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia war Bad Münster am Stein in Rheinland-Pfalz um 12.00 Uhr mit 33,5 Grad der heißeste Ort Deutschlands. Am Donnerstag hatte die Hitzewelle ihren Höhepunkt im Osten Deutschlands erreicht. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia wurden in Bernburg/Saale-Nord in Sachsen-Anhalt 38,9 Grad gemessen - ein deutscher Rekord für dieses Jahr.

In Spanien wurden für Freitag und das kommende Wochenende wieder Hitzegrade bis zu 40 Grad erwartet. Besonders heiß sollte es auf der Balearen-Insel Mallorca werden, wo das spanische Königspaar Urlaub macht.

In Spanien sind bisher drei Männer an Hitzschlag gestorben. Das letzte Opfer war ein 32 Jahre alter Mann, der am Mittwoch bei Arbeiten auf einem Landgut bei Merida (Region Extremadura) zusammenbrach. Nach den heftigen Gewittern der vergangenen Tage sagten die Meteorologen auch für Freitag teils starke Unwetter in den Regionen Aragon, Rioja und Navarra voraus.

Auch Italien leidet unter der Hitze: Am Freitag stiegen die Temperaturen in den meisten Landesteilen auf mehr als 35 Grad, auch nachts sinkt die Quecksilbersäule fast nirgendwo unter 25 Grad. Am Wochenende sollten die Temperaturen Meteorologen zufolge noch weiter ansteigen.

Am schlimmsten sei bisher die ligurische Metropole Genua betroffen, wo zahlreiche Menschen mit Schwächeanfällen ins Krankenhaus gebracht wurden, berichtete die Zeitung "La Repubblica" am Freitag. In Usellus auf Sardinien starb am Donnerstag ein Arbeiter unter der sengenden Sonne: Er sei bei Temperaturen von 35 Grad tot zusammengebrochen.

Vereinigte Arabische Emirate erwarten 50 Grad Hitze!
Nicht nur in Europa stöhnen die Menschen in dieser Woche über die Hitze. Auch in dem arabischen Ferienparadies Dubai maßen die Meteorologen Rekordtemperaturen. Bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit und 43 Grad Celsius in der Stadt herrschte dort momentan ein Klima wie im Treibhaus.

Wie die Zeitung "Gulf News" berichtete, könnte es in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an diesem Wochenende noch heißer werden. In dem Emirat Ras al-Chaima kletterte das Thermometer bereits am Donnerstag auf 50 Grad. In Abu Dhabi wurde eine Luftfeuchtigkeit von 85 Prozent gemessen. Baufirmen in den Emiraten dürfen ihre Arbeiter im Sommer in den Mittagstunden grundsätzlich nicht draußen beschäftigen, weil das gesundheitliche Risiko zu groß ist.

(apa/red)

21.7.2006 14:37