Freitag, 21. Juli 2006

Verdächtige Bombay-'Verschwörer' in Haft: Polizei vermutet Islamisten hinter Bomben

  • Festgenommene seien Teil 'größerer Verschwörung'
  • Insgesamt wurden mehr als 300 Personen verhaftet

Zehn Tage nach den Terroranschlägen von Bombay hat die indische Polizei die ersten Verdächtigen festgenommen. Drei Männer wurden in Gewahrsam genommen, wie der Fernsehsender NDTV berichtete. Bei den Anschlägen auf Pendlerzüge waren am 11. Juli 207 Menschen getötet und mehr als 800 weitere verletzt worden. Zu den Bluttaten bekannte sich eine bis dahin unbekannt Gruppe mit dem Namen Lashkar-e-Qahhar, die mit weiteren Anschlägen drohte.

Die drei nun festgenommenen Verdächtigen seien Teil einer "größeren Verschwörung", teilte die Anti-Terror-Polizei in Bombay (Mumbai) mit. Es handelt sich um die ersten Festnahmen seit den Anschlägen vom 11. Juli, bei denen mehr als 180 Menschen starben und über 800 verletzt wurden. Zu der Tat bekannte sich bisher niemand. Die Behörden vermuten die radikal-islamische Organisation Lashkar-e-Taiba als Drahtzieher, die in Pakistan und auch im indischen Teil Kaschmirs aktiv ist.

Zwei Männer wurden im nordindischen Unionsstaat Bihar in Gewahrsam genommen, wie der Fernsehsender NDTV unter Berufung auf die Polizei berichtete. Ein dritter Mann wurde in Bombay festgenommen. Alle drei sollten noch im Laufe des Tages vor einem Gericht in Bombay erscheinen.

Insgesamt 300 Verhaftungen
Insgesamt sind mehr als 300 Personen im Zusammenhang mit den Anschlägen von der Polizei vernommen worden. Verhaftungen gab es jedoch zuvor noch nicht.

Unterdessen teilte die Polizei in Kenia mit, dass sie einen der meistgesuchten indischen Terroristen festgenommen habe. Die Anti-Terror-Polizei in Mombasa erklärte, sie habe das Lashkar-e-Taiba-Mitglied Abdul Karim Tunda gefasst. Er werde vermutlich an Indien ausgeliefert. Indischen Presseberichten zufolge ist Tunda für 33 Bombenattentate in Neu Delhi und Umgebung verantwortlich, bei denen zwischen Dezember 1996 und Jänner 1998 insgesamt 21 Menschen starben und 400 weitere verletzt wurden.

(apa/red)

21.7.2006 08:55