Mittwoch, 19. Juli 2006

Wieder mehrere Tote bei Irak-Anschlägen: Koordinierte Explosionen töten 7 Menschen

  • Detonationen ereigneten sich in Nähe der Universität

Im Irak ist es den dritten Tag in Folge zu schweren Bombenanschlägen gekommen. In der Hauptstadt Bagdad wurden nach unterschiedlichen Angaben bis zu sieben Menschen durch drei koordinierte Explosionen getötet. Nach Angaben von Augenzeugen wurden 13 weitere Zivilisten verletzt. Nachdem eine Autobombe in der Nähe der technischen Universität in die Luft gegangen war, explodierten wenig später in der Umgebung zwei weitere Sprengsätze. Die Attentäter hatten offensichtlich die Menge ins Visier genommen, die sich nach dem ersten Vorfall versammelt hatte.

Im Westen Bagdads wurde ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter auf dem Weg zur Arbeit von Bewaffneten erschossen. Zwei seiner Begleiter erlitten bei dem Angriff Verletzungen.

In Bagdads südlichem Vorort Doura tauchten am Mittwoch laut Augenzeugen Flugblätter von Aufständischen auf. Darauf wurden die Bewohner des Viertels aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, da die Aufständischen in Doura Angriffe gegen US- und irakische Truppen planten.

In der Ölstadt Kirkuk im Norden des Landes explodierte eine Bombe vor einem Cafe. Vier Menschen seien getötet und 16 verletzt worden, teilte die Polizei mit. In Kirkuk sind die Spannungen zwischen ethnischen Gruppen besonders deutlich spürbar. Vor allem Sunniten und Kurden kämpfen dort um die Macht. Die Auseinandersetzungen zwischen Religionsgruppen standen auch hinter den Angriffen der vergangenen Tage, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden. Die Gewalt hat trotz eines nationalen Versöhnungsplans von Ministerpräsident Nuri al-Maliki seit dem Antritt der neuen Regierung im April nicht abgenommen.
(apa)

19.7.2006 10:14