Mittwoch, 19. Juli 2006

Europa stöhnt unter Hitzewelle: Bereits
Tote in Frankreich, Holland und Spanien

  • In nächsten Tagen Temperaturen bis zu 40° erwartet
  • PLUS: Hitze verursacht Verkehrchaos in New York

Hitze und Waldbrände machen derzeit Europa von Nord bis Süd zu schaffen. In Estland wütet nahe der Grenze zu Russland ein großflächiges Feuer, das sogar in der mehr als 100 Kilometer entfernten finnischen Stadt Lahti zu "riechen" war, in der südspanischen Region Cadiz mussten wegen des vierten Waldbrandes binnen acht Tagen 1.500 Wohnungen und ein Hotel geräumt werden.

Auch im nicht unbedingt Hitze-gewohnten Großbritanien kletterten die Temperaturen auf 34 Grad. Bei der traditionellen Gartenparty der Queen erlitten 39 Gäste einen Hitzekoller.

Königin Elizabeth selbst stöhnte zwar unter der Hitze, hielt aber durch. In Großbritannien herrscht bereits seit Monaten Trockenheit, weshalb unter anderem das Rasensprengen untersagt ist. Der bisher heißeste Tag auf der britischen Insel war der 12. August 2003 mit 38,5 Grad.

Aus Frankreich wurde ein weiterer Hitzetoter gemeldet. Es handelt sich um einen Bauarbeiter, nachdem zwei ältere Menschen infolge der Gluthitze gestorben waren. Laut dem Wetterdienst war es so heiß wie seit 1893 nicht mehr. "Alarmstufe Orange" herrschte unter anderem in den Ballungsräumen.

Als wäre die Hitze nicht schlimm genug: Im glühend heißen Südspanien wurden 1.500 Wohnungen und ein Hotel mit 700 Gästen geräumt, da die Gebäude durch einen Waldbrand bedroht waren. Das Feuer brach gleichzeitig an drei Stellen aus. Das lässt nach Angaben der Behörden auf Brandstiftung schließen.

In der andalusischen Provinz von Cadiz flackern seit zwei Wochen fast täglich neue Feuer auf. Vier Verdächtige wurden bisher festgenommen. In Murcia und nahe der Stadt Ourense waren zwei Arbeiter gestorben, die in der prallen Sonne gearbeitet hatten.

(apa)

19.7.2006 17:49