Dienstag, 18. Juli 2006

7. Kosovo-Verhandlungsrunde: Keine Einigung auf Schutzzonen um Kulturgüter

  • Belgrad "wartet auf Einladung" zum Gipfel am 24. Juli

Die siebente Kosovo-Gesprächsrunde, die sich mit dem religiösen und kulturellen Erbe des Kosovo beschäftigt hat, ist in Wien ohne Einigung geblieben. Die serbische und die kosovo-albanische Seite konnten sich nicht auf Schutzzonen rund um serbisch-orthodoxe Kirchen und Klöster einigen. Während Belgrad 39 solcher Zonen verlangt, war Pristina nur bereit, 15 zu gewähren.

"Es gibt 1.300 Kirchen im Kosovo", sagte die Leiterin des Belgrader Kosovo-Koordinationszentrums, Sanda Raskovic Ivic, vor Journalisten. Die von serbischer Seite geforderten 39 Schutzzonen stellten nur drei Prozent des serbisch-orthodoxen Kulturguts dar. Die albanische Seite "bietet uns weniger als ein Prozent, das ist nicht akzeptabel".

Skender Hyseni, der Berater des Kosovo-Präsidenten Fatmir Sejdiu, wiederum meinte, dass Belgrad seine Meinung in dieser Frage geändert habe. Zunächst habe man eine Liste mit weit weniger Kulturgütern präsentiert. Experten der UNESCO und des Europarats seien ihrerseits auf eine Liste von 15 schützenswerten Stätten gekommen. Ardian Djini vom Verhandlungsteam Pristinas ergänzte: "Wir wollen diese Güter schützen."

Uneinigkeit herrschte auch in Bezug auf das serbisch-kosovarische Spitzentreffen zum künftigen völkerrechtlichen Status der derzeit von der UNO verwalteten südserbische Provinz. Nächsten Montag soll in Wien ein Status-Gipfel stattfinden. Pristina hat bereits zugesagt. Die Antwort Belgrads auf die entsprechende Einladung von UNO-Chefverhandler Martti Ahtissari steht noch aus. "Wir warten auf eine offizielle Einladung", sagte Leon Kojen, Berater des serbischen Präsidenten Boris Tadic.

Die Sprecherin Ahtisaaris stellte allerdings klar, dass die Einladungen bereits versandt wurden. "Wir haben eine Antwort aus Belgrad erhalten, die sehr positiv ist", sagte Hua Jiang. Details müssten noch geklärt werden. Bereits zuvor hatte das Belgrader Verhandlungsteam Ahtisaari in einem Brief seine Bedingungen genannt: Die Tagesordnung des Gipfels sollte vorher bestimmt werden. Bei dem historischen Treffen sei außerdem ein Protokoll zu führen.

(apa/red)

18.7.2006 18:30