Dienstag, 18. Juli 2006

Neue Terrorwelle: Mutmaßliche Attentäter von Bombay drohen mit neuen Anschlägen

  • Zahl der Todesopfer bereits auf 207 angestiegen

Die mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge von Bombay haben mit neuen Bluttaten gedroht. Man plane weitere Anschläge gegen die Regierung und historische Stätten in Indien, teilte die Gruppe Lashkar-e-Qahhar in einem E-Mail mit, die der Fernsehsender Aaj Tak an die Nachrichtenagentur AP weiterleitete. Bei den Anschlägen auf Pendlerzüge in Bombay waren am 11. Juli mehr als 200 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden.

An den Anschlägen in Bombay seien 16 Täter beteiligt gewesen, von denen einer getötet worden sei, teilte Lashkar-e-Qahhar mit. Die übrigen 15 seien jedoch in Sicherheit und bereiteten neue Anschläge vor. Die Gruppe war unbekannt, bis sie sich zu Anschlägen in der Stadt Varanasi bekannt hatte, bei denen am 7. März mindestens 20 Menschen getötet wurden.

Die indischen Behörden gaben die Zahl der Todesopfer von Bombay mit 207 an. Man habe jetzt auch die Toten eingerechnet, die in Krankenhäuser in der Ortschaft Thane gebracht worden seien, sagte ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes im Maharashtra. In den Tagen nach den Anschlägen schwankten die Angaben über die Zahl der Opfer stark, zuletzt war von 182 Toten die Rede. Mehr als 770 Menschen wurden verletzt.

Eine Woche nach den verheerenden Anschlägen wurde am Dienstag in ganz Indien mit zwei Schweigeminuten der Opfer gedacht. Präsident A.P.J. Abdul Kalam nahm an der Gedenkveranstaltung an einem der Bahnhöfe in Bombay teil, wo in einem Vorortzug eine Bombe explodiert war. Am Dienstag vergangener Woche waren innerhalb weniger Minuten in insgesamt sieben Vorortzügen in der westindischen Finanzmetropole Sprengsätze detoniert.

Als Hauptverdächtige gelten weiterhin zwei muslimische Terrorgruppen. Ein Durchbruch bei der Suche nach den Hintermännern der Tat blieb aber bisher aus. Ein Polizeioffizier aus der Anti-Terror-Einheit Bombays sagte, die Ermittlungen seien an einem entscheidenden Punkt angelangt. "Ich bin 100 Prozent sicher, dass der Fall gelöst werden wird." Das Innenministerium rechnete damit, dass die Täter in den kommenden Tagen identifiziert werden.

(apa/red)

18.7.2006 16:32