BAWAG-Affäre: Verdacht gegen ÖGB wegen Karibik-Geschäften tauchte bereits 1994 auf
- Flöttl wurde Verschleierung der Deals vorgeworfen
- OeNB-Bankaufseher erachteten Vorwürfe als haltlos
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Die Staatsanwaltschaft Wien hat offenbar schon vor zwölf Jahren im Bawag-Skandal ermittelt und ist bereits seinerzeit dem Verdacht nachgegangen, dass auch der ÖGB in die Karibikgeschäfte verwickelt war.
Dem Bericht zufolge haben Mitte 1994 zwei "Mitarbeiter der Bawag in gehobener Position", die aus "Gründen des persönlichen Schutzes" anonym bleiben wollten, gegen den damalige Bawag-General Walter Flöttl wegen der Karibikgeschäfte mit seinem Sohn Wolfgang Flöttl Anzeige erstattet, so die "Oberösterreichischen Nachrichten".
Die Mitarbeiter hätten Flöttl damals vorgeworfen, die Geschäfte vorsätzlich verschleiert, Steuern hinterzogen und Informationen an die Bankenaufsicht unterdrückt zu haben. Außerdem hätten sie explizit darauf hingewiesen, dass durch diese Geschäfte Gewerkschaftsgelder aus dem Streikfonds gefährdet seien. Gleichzeitig hätten sie schon vor zwölf Jahren den Verdacht auf politische Mittäter geäußert.
Namhafte Politiker, allen voran ÖGB-Präsident Verzetnitsch, hätten versucht die Sache herunterspielen, schreibt die "OÖN" unter Berufung auf die damalige Anzeige.
Der damalige Chef der Wirtschaftsgruppe der Staatsanwaltschaft Wien, Erich Müller, habe daraufhin Vorerhebungen eingeleitet und sich an die Bankaufseher der Oesterreichischen Nationalbank gewandt.
Diese hätten jedoch erklärt, dass die Vorwürfe in der Anzeige haltlos seien und die Bawag ihr Karibik-Engagement ohne Verlust abgeschlossen habe. Aufgrund dessen habe der Generalanwalt im Justizministerium, Christoph Mayerhofer, schließlich die Einstellung des Verfahrens verfügt, so die "OÖN".
(apa/red)
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