Happy End nach U-Bahn-Zank: Klimatisierte Garnituren sollen ab 2. September fahren
- Einigung nach Gespräch im Verkehrsministerium
- Zeitgleich mit Verlängerung der U1 bis Leopoldau
Ein Happy-End für die neuen Wiener U-Bahn-Garnituren zeichnet sich ab: Die Wiener Linien hoffen, dass die "V-Wagen" spätestens am 2. September in den Regulärbetrieb übernommen werden können. An diesem Tag wird die Verlängerung der U1 bis Leopoldau eröffnet. Nach dem klärenden Gespräch im Verkehrsministerium dürfte das Genehmigungsverfahren für die klimatisierten, durchgängig begehbaren Züge nun rasch abgeschlossen werden.
"Wir waren immer sehr zuversichtlich und haben auch immer betont, dass es keine groben Mängel gibt", betonte Gerhard Schillinger von den Wiener Linien. Bis zur Betriebsgenehmigung müssen demnach aber noch einige Punkte geklärt werden, die jedoch keine großen Schwierigkeiten machen sollen.
So hat das Verkehrsministerium als zuständige Eisenbahnbehörde Vibrationsmessungen für die Fahrerkabine verlangt. Diese wurden bisher jedoch nie gefordert, berichtete Schillinger. Ein Problem werde sich daraus aber nicht ergeben, hieß es. Denn die Messungen wurden schon vor längerer Zeit gemacht, deren Ergebnisse werden jetzt ins Ministerium übermittelt.
In Sachen der kolportierten Brandschutzmängel sind laut Schillinger vom Ministerium Formulierungen im entsprechenden Gutachten kritisiert worden. Nun werden die Wiener Linien Detailpräzisierungen vornehmen.
Laut den Wiener Verkehrsbetrieben konnte auch ein Missverständnis ausgeräumt werden. Denn der Vorwurf, dass es keine Evakuierungspläne für 1.300 Fahrgäste gebe, sei falsch - weil in den neuen Garnituren nicht so viele Leute Platz haben. Laut Schillinger sind die V-Wagen für 878 Menschen ausgelegt. Das sind demnach nur 38 Fahrgäste mehr als bei den klassischen Silberpfeil-Garnituren.
Die Zahl 1.300 sei eine Hochrechnung, die sich aus den Belastungsgrenzen für technische Bauteile - etwa Bremsen - ergebe. Solche Teile seien aber für mehr als die tatsächlich erreichbaren Fahrgastzahlen ausgelegt, hieß es.
Formal wird sich das Verfahren nun folgendermaßen fortsetzen: Laut Schillinger wird zunächst das Ministerium der in Wien zuständigen Behörde, der Magistratsabteilung 64, mitteilen, welche Informationen sie noch wünscht. Aus dem Rathaus wird dies dann den Wiener Linien weitergeleitet. In umgekehrter Reihenfolge werden die Ergänzungen dann der Eisenbahnbehörde übermittelt, die letztendlich entscheidet, ob es noch weitere Einsprüche gibt, oder ob die neuen Züge anrollen können.
Insgesamt sollen vorerst zehn neue Garnituren eingesetzt werden - die bis auf eine alle schon geliefert wurden. Wie Gerhard Schillinger betonte, ist die Eröffnung der U1-Verlängerung auch ohne die neuen Fahrzeuge möglich. Sollte es jedoch zu ungeplanten Wartungen bzw. Reparaturen bei den vorhandenen Silberpfeilen kommen, könnte es eng werden: Laut Wiener Linien wäre in diesem Fall nicht auszuschließen, dass die Intervalle zwischen den Zügen zum Teil größer sind als geplant.
(apa/red)
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