Spektakulärer "Saliera"-Diebstahl: Prozess gegen Mang findet am 7. September statt
- Dem Richter genügt für Urteil ein Verhandlungstag
- 50-jährigen "Mr. Saliera" drohen bis zu 10 Jahre Haft
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Schätzwert der Saliera liegt bei mehr als 50 Mio.
Der Prozess um den spektakulären Diebstahl der Saliera findet am 7. September statt. Das hat am Freitag das Wiener Straflandesgericht entschieden. Das Schöffenverfahren gegen den 50-jährigen Robert Mang wird Richter Walter Stockhammer leiten, der mit einem einzigen Verhandlungstag das Auslangen finden will. "Im Wesentlichen geht es nur mehr um eine Rechtsfrage, der Tathergang ist so weit ja geklärt", meinte Stockhammer gegenüber der APA.
Staatsanwältin Susanne Waidecker legt Mang zur Last, am 11. Mai 2003 auf Aufsehen erregende Weise das weltberühmte Salzfass des Renaissance-Künstlers Benvenuto Cellini aus dem Kunsthistorischen Museum (KHM) entwendet zu haben. Die Anklage lautet auf schweren Einbruchsdiebstahl und versuchte Erpressung. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Saliera-Dieb, der nach seiner Festnahme ein umfassendes Geständnis abgelegt und diese Verantwortung bis zuletzt beibehalten hat, bis zu zehn Jahre Haft.
Der Experte für Alarmanlagen - seine Firma in Wien-Neubau war auf deren Verkauf spezialisiert - war angeblich bei einem Museumsbesuch auf die Idee gekommen, das in seinen Augen ungenügend gesicherte Salzfass zu stehlen. Mang, eigenen Angaben zufolge nach einem Disco-Besuch ein wenig enthemmt, drang daher gegen 2.00 Uhr in der Früh über ein Baugerüst ins Museumsinnere vor, wo er die 26 Zentimeter große, in den Jahren 1540 bis 1543 im Auftrag von König Franz I. von Frankreich entstandene Skulptur an sich nahm.
Der Diebstahl wurde erst Stunden später bemerkt, was eine teilweise heftige Diskussion über die Sicherungsmaßnahmen im KHM und Kritik am Museumsleiter Wilfried Seipel und der zuständigen Ministerin Elisabeth Gehrer (V) auslöste.
Der spektakuläre Coup konnte erst zweieinhalb Jahre nach der Tat geklärt werden. Die Saliera wurde in einem Waldstück im Raum Zwettl im Waldviertel gefunden, nachdem sich Mang bei der Polizei gemeldet hatte, weil sein Foto in mehreren Medien veröffentlicht und er dort als "Person aus dem Umfeld der Täter "bezeichnet worden war. Bekannte hatten ihn auf die Ähnlichkeit mit dem Fahndungsfoto angesprochen, was ihn nervös gemacht haben dürfte.
Im Zuge der polizeilichen Einvernahme gab Mang, der zunächst von einer Verwechslung sprach, schließlich zu, das Salzfass entwendet und zunächst unter seinem Bett deponiert zu haben, ehe er die Saliera in einer Kiste vergrub. Zwischendurch hatte er mit ihrer Vernichtung gedroht, sollte kein Lösegeld - die Rede war von bis zu zehn Millionen Euro - bezahlt werden. Der Wert der Saliera wird auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. (apa)
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