Mittwoch, 19. Juli 2006

Hitzeschlacht: Wiener Linien wollen für
ihre klimatisierten U-Bahn-Züge kämpfen

  • Genehmigungsverfahren der V-Wagen verzögert sich
  • Streit könnte sich noch bis zu sechs Monate hinziehen

Bei den Wiener Linien hat man sich unglücklich über die Verzögerung beim Genehmigungsverfahren für die zehn neuen U-Bahnen (V-Wagen) gezeigt. Eigentlich habe man erwartet, dass diese schon auf die Gleise geschickt werden könnten. Überraschend hatte jedoch das im Verkehrsministerium angesiedelte Verkehrsarbeitsinspektorat wenige Tage vor Ablauf der Frist Einspruch dagegen erhoben.

Grundsätzlich sei man aber zuversichtlich, die Genehmigung letztlich zu erhalten. "Wir kämpfen mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen", versicherte Wiener Linien-Sprecher Gerhard Schillinger. Über die jetzige Entwicklung sei man jedenfalls nicht glücklich, unterstrich er.

Mit der neuerlichen Verzögerung dauert das Genehmigungsverfahren für die längst fertig gestellten Züge bereits zwei Jahre. Das Arbeitsinspektorat fordert nun weitere Unterlagen, beispielsweise Wegzeitdiagramme im Evakuierungsfall oder Daten zu Vibrationen in der Fahrerkabine.

Bei einer Übung zur Evakuierung habe alles tadellos funktioniert, unterstrich Schillinger. Die Forderungen aus dem Verkehrsministerium seien umso unverständlicher, da seit 2001 ein Prototyp des V-Wagens im Wiener Linien-Netz ist. Dieser sei nahezu identisch nun weiteren neuen Garnituren und verfüge über alle notwendigen Genehmigungen.

Die Angelegenheit sei für die Fahrgäste frustrierend. Wenn das Verkehrsministerium nun aber den Vorgaben seines Arbeitsinspektorats zustimme, müsse das Verfahren in die zweite Instanz gehen. Auf eine genaue Prognose, wie lange die Fahrgäste noch auf die klimatisierten Züge warten müsse, wagte man deshalb nicht abzugeben - es könne Wochen, maximal aber auch sechs Monate dauern.

Die Wiener ÖVP sprach sich indes für ein Zuwarten vor der Übernahme der neuen Garnituren in den Wagenpark aus. In einer Aussendung betonte VP-Verkehrssprecher Wolfgang Gerstl, dass deren Einsatz ohne Brandschutz- und Katastrophenplänen im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein könne. "Aus rein populistischen Gründen will die Wiener SPÖ den Einsatz der U-Bahnzüge über den Zaun brechen", konstatierte Gerstl. Es liege nun an der zuständigen Magistratsabteilung 64, die Auflagen zu erfüllen

(apa/red)

19.7.2006 16:03