61. Bregenzer Festspiele eröffnet: Zum Auftakt gibt's Mozart, Haydn und Cerha
- Am See darf wieder der "Troubadour" singen
Bundespräsident Heinz Fischer hat im generalsanierten Festspielhaus die 61. Bregenzer Festspiele eröffnet. Den künstlerischen Auftakt bilden am Abend ein Orchesterkonzert der Wiener Symphoniker mit Werken von Mozart und Haydn. Anschließend folgt auf der Werkstattbühne der Orchesterzyklus "Spiegel" von Friedrich Cerha anlässlich dessen 80. Geburtstages. Am morgigen Donnerstag geht die Wiederaufnahme von Giuseppe Verdis "Troubadour" erstmals über die Seebühne. Im Vorjahr haben über 170.000 Besucher das Freiluft-Opernspektakel erlebt. Heuer wird das Spiel auf dem See 23 Mal aufgeführt.
An dem sehr gelungenen und nur etwas über eine Stunde dauernden Festakt, der zeitversetzt im Fernsehen übertragen wurde, nahmen u.a. die irische Präsidentin Mary McAleese, die Präsidenten von Nationalrat und Bundesrat, Andreas Khol und Gottfried Kneifel, Vizekanzler Hubert Gorbach und weitere Mitglieder der Bundesregierung, die Landeshauptleute Herbert Sausgruber, Herwig van Staa und Luis Durnwalder aus Südtirol sowie der Liechtensteinische Regierungschef Otmar Hasler teil.
Der Bundespräsident würdigte das erneuerte Haus als "das schönste Geschenk zum 60 Jahr-Jubiläum" der Festspiele. Das Festival sei eine "Visitenkarte österreichischer Kunst und Kultur", die Einbeziehung zeitgenössischer Autoren und Komponisten lobte das Staatsoberhaupt "als Signal, dass wir verstärkt junge Kunst in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit rücken. Sie hat uns viel zu sagen, und von ihren Sichtweisen ist viel zu lernen".
Auch Kunst-Staatssekretär Franz Morak und Festspielpräsident Günter Rhomberg gingen auf das 60-Jahr-Jubiläum und die geglückte Generalsanierung des Festspielbezirkes ein. Morak bekannte sich als "Bewunderer der Bregenzer Festspiele" und lobte sie als "kulturellen Leuchtturm über dem Bodensee".
Die Eröffnungs-Festrede nützte der Vorarlberger Autor Arno Geiger für eine "Liebeserklärung an die Seebühne", aber auch für Kritik an Society-Auswüchsen. Der Träger des deutschen Buchpreises 2006 ("Es geht uns gut") hat 17 Sommer auf der Seebühne gejobbt. Als Bühnenarbeiter in der "Geborgenheit des Verborgenseins" habe er größere Wahrnehmungsfreiheit als jetzt als erfolgreicher Schriftsteller gehabt: "Da besaß ich die Möglichkeit, das Geschehen um mich herum in einem Zustand weitgehender Unbefangenheit zu betrachten".
(apa/red)
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