Donnerstag, 20. Juli 2006

Pinzgauer Waldbrand nun unter Kontrolle: Letzte Problembereiche aus Luft gelöscht

  • 70.000 Quadratmeter waren insgesamt betroffen
  • Auch in Oberösterreich Kampf gegen die Flammen

Der Waldbrand am Großsonnberg im so genannten "Bärnkarr" in der Gemeinde Taxenbach (Pinzgau/Salzburg) ist beinahe gelöscht. Es sind nur mehr punktuelle Ablöscharbeiten sowie Kontrollen vorgesehen.

Zwar gibt es kein offenes Feuer mehr, jedoch könnten die Glutnester wieder aufflackern. Seit den Morgenstunden waren Feuerwehrmänner, der Jägerzug des Bundesheeres in Saalfelden, drei Bundesheerhubschrauber, die "Libelle" des Innenministeriums und ein Helikopter einer Pongauer Privatfirma im Einsatz.

70.000 Quadratmeter betroffen
Bereits zuvor war das Ereignis zur Katastrophe erklärt worden, nachdem sich ein kleines Feuer auf einer Lichtung zu einem Waldbrand ausgeweitet hatte. Waren am Mittwochvormittag 30.000 Quadratmeter betroffen, so weitete sich der Brand im Laufe des Tages auf 70.000 Quadratmeter aus.

Die Ermittlung der Brandursache wurde vom Landeskriminalamt Salzburg eingeleitet, Erstbefragungen wurden durchgeführt. Fest steht, dass zum Zeitpunkt des Brandausbruches eine Firma über Auftrag der Bundesforste mit Holzschlägerungen durchführte. Laut Firmeninhaber dürfte der Brand durch den Betrieb einer Motorsäge entstanden sein, so die Polizei. Die Überprüfung dieser Aussage sowie weitere Erhebungen und Befragungen sind in Gang. Eine genaue Darlegung der Brandursache wird noch einige Tage andauern, so die Polizei.

Waldbrand in Italien: Flammen nähern sich Kärnten
Ein großer Waldbrand am Monte Brizzia auf der italienischen Seite des Nassfelds bewegt sich auf Kärnten zu. Italien hat die Feuerwehren im Gailtal um Hilfe gebeten, die Einsatzkräfte sind in Alarmbereitschaft. Zwei Hubschrauber "tanken" seit Mittwoch Löschwasser auf Kärntner Seite, um die Flammen zu bekämpfen.

Dunkle Rauchschwaden verhüllten die Gipfel der Karnischen Alpen, bei einem Erkundungsflug am Mittwochabend stellte die Polizei fest, dass das Feuer noch etwa drei Kilometer von der Grenze entfernt war. Am Donnerstag soll es sich bereits auf wenige 100 Meter genähert haben. Wie groß das Ausmaß des Waldbrandes ist, konnte nicht genau festgestellt werden, da immer wieder neue Brandherde entstehen.

Der stellvertretende Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Ropatsch erklärte im ORF-Radio Kärnten, man rechne mit einem sehr schwierigen Einsatz, falls das Feuer tatsächlich auf die Kärntner Seite überspringen sollte. In dem Gebiet herrschen starke Aufwinde, welche die Flammen immer wieder anfachen, zudem ist die Beschaffung von genügend Löschwasser im Gebirge immer problematisch. Verschärft wurde die Situation am Donnerstag durch den kräftigen Wind aus Südwest und die seit Wochen herrschende Trockenheit. Auch auf Hilfe von oben können die Einsatzkräfte vorerst nicht hoffen, Regen ist nicht in Sicht.

Waldbrand in Oberösterreich: Großeinsatz
Ein Großeinsatz zur Bekämpfung eines Waldbrandes ist am Donnerstag in Ebensee im Bezirk Gmunden in Oberösterreich angelaufen. Eine Fläche von etwa 6.000 Quadratmetern in rund 1.200 Metern Höhe sind davon betroffen.

Der Brand war bereits am Mittwoch von einem Hubschrauberpiloten entdeckt und der Polizei gemeldet worden. Ein Löschangriff am Boden ist nicht möglich. Dazu ist das Gelände zu unwegsam. Das Bundesheer flog mit Hubschraubern bis zum Einbruch der Dunkelheit rund 160.000 Liter Löschwasser zum Brandort. Dann musste jedoch der Einsatz abgebrochen werden.

Während der Nacht wurde das Feuer durch starken Wind weiter angefacht. Es handelte sich um einen Glimmbrand, der sich unter der Erdoberfläche durch den Humus und die Wurzeln fraß. Seit Mittwoch früh setzte die Feuerwehr 60 Mann ein. Sie stellten die Wasserversorgung sicher und befüllten Kübel, die von zwei Bundesheer-Hubschraubern auf den Berg geflogen wurden. Ein dritter Hubschrauber wurde noch erwartet.
(apa/red)

20.7.2006 18:44