Dienstag, 18. Juli 2006

In Bibione mit Gas betäubt und beraubt: Salzburger Ehepaar erlebte Horror-Urlaub

  • Auto, Bargeld und Pässe weg - Schaden: 25.000 Euro
  • Pensionistin musste sogar ins Spital gebracht werden

Ein unvergessliches Urlaubserlebnis hatte ein Salzburger Ehepaar mit ihrer Enkelin in der Nacht von auf 10. Juli in ihrem italienischem Urlaubsort Bibione. "Wir wurden von einer Bande während des Schlafes mit Giftgas betäubt und ausgeraubt. Alles war weg, die drei Pässe, 1.900 Euro Bargeld, Autopapiere, Führerschein und mein Mercedes, der auf einem abgesperrten Parkplatz stand", schilderte Alois Wackernell (65) aus Seeham. Den Schaden bezifferte der Flachgauer mit insgesamt 25.000 Euro.

Gleich in der ersten Nacht nach der Ankunft - als das Fußball-WM-Finale stattfand - hätten die Täter in dem Appartement am Lido del Sole zugeschlagen. "Ich lag im Bett, mit meinem Kopf nur einen Meter vom Tisch und Sessel entfernt, wo sich der Autoschlüssel und die Handtasche meiner Frau befanden. In der Tasche waren alle Dokumente drinnen. Gemerkt habe ich von dem Einbruch nichts."

Als die Urlauber den Raub am nächsten Morgen bei der italienischen Polizei anzeigten, hätten die Beamten kaum reagiert. "Die meinten, solche Einbrüche sind ohnehin an der Tagesordnung. Das Gas wird durch das Schlüsselloch gelassen, um die Touristen zu betäuben", so der Pensionist.

Einbrüche in der Öffentlichkeit verschwiegen
Die Polizisten hätten erzählt, dass in der selben Nacht noch weitere zwölf Appartements in Bibione geplündert worden seien. "Aber das wird in der Öffentlichkeit verschwiegen, um die Urlauber nicht zu vertreiben", ist Wackernell überzeugt. Wie die Diebe mit seinem Mercedes C200, der nicht Kasko versichert war, aus dem mit einem Elektroschranken versperrten Parkplatz wegfahren konnten, wisse er nicht. Nur so viel: "Da sind laut Carabinieri Profibanden aus dem Osten am Werk."

Drei Tage lang musste das Ehepaar mit seiner sechsjährigen Enkelin Vanessa bei nicht versperrbarer Wohnungstür schlafen. So lange habe es gedauert, bis ein Schlosser ein neues Türschloss montiert hatte. Am darauf folgenden Donnerstag traten die Salzburger fluchtartig die Heimreise an - eigentlich wollten sie zwei Wochen bleiben.

Pensionistin musste sogar ins Spital gebracht werden
Zu Hause kam der nächste Schock: "Meine Frau Sora litt wegen des Reizgases derart an Atemnot, dass sie mit der Rettung ins St.-Johanns-Spital gebracht werden musste. Die Ärzte sind überzeugt, dass das Gas die Bronchialerkrankung verursacht hat." Heute kann die 55-jährige Frau das Spital nach vier Tagen Aufenthalt wieder verlassen.

Das Auto und die Dokumente seien trotz Fahndung nicht mehr aufgetaucht, sagte der Mindestrentner. Jetzt hofft er, dass er sich ein Gebrauchtwagen leisten kann. Er werde es sich gut überlegen, ob er jemals wieder in Italien Urlaub macht.

(apa/red)

18.7.2006 16:43