Freitag, 14. Juli 2006

Studie belegt: Beim Autofahren vordrängeln bringt nur einen ganz geringen Zeitvorteil

  • Psychologe: Spurwechsel führen zu Verkehrsstockung
  • Wer es eilig hat, der sollte in seiner Fahrspur bleiben

Drängeln, um beim Autofahren schneller ans Ziel zu kommen, bringt laut einer aktuellen Studie des "Instituts Gute Fahrt" nichts. Wer mit seinem Fahrzeug am Heck des Vordermannes klebt, um niemanden dazwischen zu lassen, macht kaum Zeit gut, haben die Verkehrspsychologen bei 84 Testfahrten auf der Wiener Südosttangente festgestellt. Befragte Lenker schätzten das jedoch völlig anders ein: Durch passives Fahren müsse man auf 15 Kilometern mit 28 Reindränglern und drei Minuten Zeitverlust rechnen.

Tatsächlich hat sich jedoch gezeigt, dass Autofahrer durch dichtes Auffahren nicht wesentlich schneller vorankommen. Hielten die Test-Fahrer einen Zwei-Sekunden-Abstand ein, drängten sich pro Fahrt durchschnittlich drei Fahrzeuge dazwischen - bei knappem Auffahren war es ein Fahrzeug. Allerdings: "Die Fahrtdauer war fast gleich", hieß es in einer Aussendung des Instituts. Lediglich null bis 20 Sekunden haben die Drängler gutgemacht.

Kaum da, schon wieder weg
Im Durchschnitt zwängen sich gleich viele Lenker vor ein Abstand haltendes Fahrzeug wie die Spur auch wieder verlassen - auf jede verlorene Autolänge komme also eine gewonnene. Jeder zweite Hineindrängler fährt laut der Studie nur eine Minute auf der Spur, bevor er diese wieder wechselt. Mehr Fahrbahn-Hopper habe es in den Morgenstunden gegeben, so das Institut.

Raser sind Verkehrshindernisse
"Diese vielen Spurwechsel sind Störmanöver für den Verkehr", sagte Studienleiter Gregor Bartl der APA. Wenn man wegen Reindränglern immer wieder abbremsen muss, komme es zu Stockungen. "Je eher man auf seiner Spur bleibt, desto besser kommt man voran", meinte der Verkehrspsychologe, "Raser sind ein Verkehrshindernis für die anderen." (APA/red)

14.7.2006 11:09