Wiener Zentrale baut massiv Mitarbeiter ab: FORMAT über Nissans Abfahrtspläne
- 70 von 180 Mitarbeitern blicken in ungewisse Zukunft
- Regionale Geschäftseinheiten machen Wien unnötig
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Bangen bei Renault Nissan Österreich. Wegen Umstrukturierungen des Vertriebes auf internationaler Ebene werden in der Wiener Firmenzentrale massiv Mitarbeiter abgebaut. Von 180 Mitarbeitern am Wienerberg blicken 70 in eine ungewisse Zukunft.
Die spektakuläre Fusion von Renault und Nissan hatte schon einmal dramatische Folgen für Österreichs Autobranche: Der einstige Nissan-Generalimporteur Tarbuk verlor seinen Vertrag, und das traditionsreiche Autohaus schlitterte in eine schwere Krise.
70 von 180 Mitarbeitern blicken in ungewisse Zukunft
Die Vertriebsaktivitäten übernahm die damals neu gegründete Gesellschaft Renault Nissan Österreich. Doch nun ist auch in deren moderner Firmenzentrale am Laaer Berg im zehnten Wiener Gemeindebezirk die Stimmung gedrückt: Rund siebzig von den 180 Mitarbeitern der Renault Nissan Österreich GmbH, der heimischen Repräsentanz des französisch-japanischen Autokonzerns, blicken in eine ungewisse Zukunft.
Grund: Renault-Nissan-Boss Carlos Ghosn krempelt den Nissan-Vertrieb in Europa kräftig um. Zweck der Übung ist die Einsparung eines zweistelligen Millionenbetrages. Wesentliche Vertriebsaktivitäten, die bisher zur Österreich-Niederlassung ressortierten, wandern nun nach Deutschland. Von den bisher in Wien tätigen rund siebzig Nissan-Leuten sollen nur 18 ihren Job behalten. Welche das sind, ist laut Betriebsrat noch nicht entschieden. Weshalb das Bangen am Laaer Berg groß ist.
Max A. Weißensteiner, Nissan-Markenmanager für Österreich, kommentiert: "Es geht bei dem Vorhaben nicht primär um Einsparungen. Das Ziel von Nissan ist es vielmehr, die Marktpräsenz zu verstärken. Eine der Folgen ist die Verlagerung der Back-Office-Funktionen nach Deutschland."
Regionale Geschäftseinheiten machen Wiener Sitz unnötig
Das Reorganisationskonzept für Nissan hat die prominente Unternehmensberatung Roland Berger entwickelt, die gleichzeitig für die Umsetzung des Vorhabens verantwortlich zeichnet. Mit 1. Jänner 2007 werden mehrere regionale Geschäftseinheiten für den europäischen Markt gegründet. Dabei kommt es zur Zusammenlegung der Vertriebsorganisationen von Deutschland, Österreich und der Schweiz, jener von Spanien und Portugal sowie der von den Niederlanden und Frankreich.
Sitz des Geschäftes für den deutschsprachigen Raum ist künftig Brühl bei Köln. Vorstand dieser so genannten Nissan Regional Business Unit und damit Weißensteiners künftiger Vorgesetzter wird Rainer Landwehr, Markenvorstand Nissan in Deutschland. In Österreich wird eine rechtlich selbständige Nissan-Österreich-Gesellschaft gegründet, die Verkaufs-und Vertriebsaktivitäten vor Ort steuert. "Der Firmensitz bleibt in Wien, ich werde künftig aber vermehrt zwischen der Nissan-Europa-Zentrale in Paris, Köln und Wien unterwegs sein", erklärt Weißensteiner.
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