Donnerstag, 13. Juli 2006

Chinesische Autos & amerikanischer Markt: Autokonzern Nanjing baut Fabrik in den USA

  • Wäre damit erster chinesischer Produzent in Amerika
  • Produkt: Traditionsreiche britische MG-Sportwagen

China wird nicht nur für internationale Automobilkonzerne ein immer wichtigerer Markt, auch die landeseigenen Fahrzeughersteller engagieren sich verstärkt auf fremden Terrain. Der chinesische Konzern Nanjing wird nun als erster chinesischer Autohersteller eine Fabrik in den USA bauen, wo die legendären britischen MG-Sportwagen produziert werden sollen.

Die Nanjing Automobile Group will in Ardmore im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma als erster chinesischer Autohersteller eine Fabrik bauen und dort ein Nachfolgemodell der traditionsreichen britischen MG-Sportwagen produzieren. Dies hat die "New York Times" am Mittwoch berichtet. MG hatte sich 1980 vom amerikanischen Markt zurückgezogen. Nanjing will in dem Werk das neu entworfene MG TF Coupe von 2008 an produzieren. Nanjing erwarb im vergangenen Jahr die Vermögenswerte der insolventen MG Rover Group. Diese hatte im April 2005 ihre Fertigung eingestellt.

Mehrere Modelle in Planung
Die neue amerikanische Nanjing-Autofabrik wird 500 Menschen beschäftigen. Die amerikanischen und europäischen Operationen der MG Motors sollen ihr Hauptquartier in Oklahoma City erhalten, etwa 150 Kilometer nördlich von der neuen Fabrik. Nanjing will auch in der englischen MG-Fabrik in Longbridge eine TF-Roadster-Modell und in China drei Pkw-Modelle mit MG-Markenzeichen bauen. Nanjing hat sich für die Wiederbelebung von MG nach Darstellung der Zeitung Finanzierungsmittel von zwei Mrd. Dollar (1,57 Mrd. Euro) gesichert.

Bald erfolgt der Markteintritt
Bisher verkaufen chinesische Autokonzerne in den USA noch keine Autos, doch wollen mehrere nach Darstellung der Zeitung innerhalb von zwei bis drei Jahren in den weltgrößten Automarkt exportieren. Allerdings wolle lediglich Nanjing Autos außerhalb Chinas produzieren, wo sich die Firma höheren Lohnkosten gegenüber sehe als zu Hause. "Wir wollen ein globales Unternehmen sein", erklärte Duke T. Hale, ein früherer Manager bei Mazda, Isuzu und Lotus. Er wird Unternehmenschef der MG Motors. (APA/red)

13.7.2006 09:03