Viel weniger Unfälle mit Fahranfängern: Mehrphasen-Ausbildung beginnt zu greifen
- 15,7% weniger Anfänger-Unfälle im 1. Quartal 2006
- Junge Lenker unterschätzen oft kritische Situationen

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Der positive Trend bei den Unfallzahlen mit jungen Lenkern, die ihre Fahrausbildung bereits hinter sich gebracht haben, hält weiter an: Heuer gab es österreichweit im ersten Quartal 873 Unfälle, an denen Führerscheinneulinge als Lenker beteiligt waren, im Vergleichszeitraum des Vorjahres gab es 1.035 Unfälle (Statistik Austria). Das sind um 15,7 Prozent weniger. Mit ein Grund dafür ist die 2003 eingeführte Mehrphasen-Fahrausbildung.
Auch ein weiterer Jahresvergleich fällt erfreulich aus: Im Jahr 2002 waren Führerscheinneulinge als Pkw- und Motorradlenker an 7.793 Unfällen beteiligt, 2005 waren es mit 6.430 um 17,5 Prozent weniger. Mit 170 Getöteten gab es 2002 einen traurigen Rekord bei Unfällen mit Führerscheinneulingen als Lenker, im Vorjahr starben 111 - das sind um 34,7 Prozent weniger. Waren im Jahr 2002 Führerscheinneulinge als Lenker noch zu 18 Prozent am gesamten Unfallgeschehen beteiligt, ging dieser Anteil im Vorjahr auf 15,7 Prozent zurück.
Risikogruppe Fahranfänger
Die größte Problematik: Junge Fahranfänger unterschätzen meist durch Unerfahrenheit und Unbekümmertheit kritische Situationen, im Gegenzug überschätzen sie ihr Können. Häufig passen sie Fahrverhalten und Geschwindigkeit nicht adäquat an die Verhältnisse an, was die Hauptursache für Unfälle von Führerscheinneulingen ist. Verkehrssituationen, die oft auch geübte Autofahrer "unsicher" machen, bringen vor allem junge Lenker in Extremsituationen, in denen sie das Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle haben.
Mehrphasen-Ausbildung
Die Mehrphasen-Ausbildung sieht vor, dass nach Bestehen der Fahrprüfung noch zusätzliche Sicherheitskurse zu absolvieren sind. Zwei Perfektionsfahrten mit einem Fahrlehrer und ein Fahrsicherheitstraining inklusive verkehrspsychologischem Gruppengespräch müssen besucht werden. Dies soll eingelernte Fehler korrigieren. Allerdings müssen die Zusatzkurse innerhalb einer gesetzlich vorgeschriebenen Frist absolviert werden. Lässt der Führerscheinneuling diese verstreichen, mahnt die Behörde, und es drohen die Verlängerung der Probezeit oder sogar der Führerscheinentzug.
Deutschland überlegt
Österreich ist in Europa erst das dritte Land, das die Mehrphasen-Ausbildung eingeführt hat. Entworfen wurde das Modell zunächst in Finnland, wo die Autofahrer für den Winter trainiert werden sollten. Danach adaptierte Luxemburg das Konzept. Nach Österreich überlegt man nun auch Deutschland, den Mehrphasen-Führerschein einzuführen.
(APA/red)
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